Weiterbestand des Gesundheitszentrums gesichert

Im Rahmen eines Informationsabends am 9. Mai 2018 wurde im Raiffeisensaal eine Zwischenbilanz über das Gesundheitszentrum Mariazell gezogen und dabei auch ein Ausblick in die Zukunft gewagt.

Im Oktober 2016 wurde das Pilotprojekt Gesundheitszentrum gestartet (wir berichteten), aufgrund der immer steigenden Patientenzahlen wurde  nach nur einem Jahr zuletzt im Oktober 2017 deutlich in die medizinische Versorgung des Mariazeller Landes investiert, die Öffnungszeiten erweitert, die Apotheke installiert und Sprechstunden in Gußwerk eingeführt (wir berichteten ebenso).

BGM Manfred Seebacher - Foto: Mariazell Online

BGM Manfred Seebacher – Foto: Mariazell Online

Beim Informationsabend am 9. Mai 2018 versammelten sich als Vertreterin der KAGES die Pflegedienstleiterin des LKH Mürzzuschlag, DGKS Christa Preissl, Dr. Bernd Leinich vom Gesundheitsfonds Steiermark, der Obmann der GKK Steiermark Ing. Josef Harb und der ärztliche Leiter des GZ Mariazell Dr. Patrick Killmaier auf dem Podium. Der prall gefüllte Raiffeisensaal war wieder einmal ein Zeichen für das rege Interesse der Bevölkerung für diese Thematik.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Manfred Seebacher ergriff Dr. Killmaier das Wort. Nach eineinhalb Jahren läuft zwar noch immer nicht alles völlig rund, aber das Rad dreht sich mittlerweile immer gleichmäßiger. Natürlich ist es für das GZ nicht möglich, für die Patienten alles so anzubieten, wie sie es vom klassischen Hausarzt gewohnt waren.

Beispielsweise gibt es beim praktischen Arzt selten akut eingelieferte Notfälle und die damit verbundenen Verzögerungen bei der Behandlung der „normalen“ Patienten, aber durch die seit Oktober 2017 gegebene eineinhalbfache Arztbesetzung konnten die Wartezeiten im Gesundheitszentrum deutlich gesenkt werden.

Dr. Patrick Killmaier, ärztlicher Leiter des Gesundheitszentrums Mariazell - Foto: Mariazell-Online

Dr. Patrick Killmaier, ärztlicher Leiter des Gesundheitszentrums Mariazell – Foto: Mariazell-Online

Killmaier erwähnte auch, dass die Ordination in Gußwerk zweimal pro Woche für ihn keineswegs als Belastung oder „Klotz am Bein“ gesehen werden kann. Allein die Tatsache, dass man derzeit die Installation eines eigenen Physiotherapeuten in den Räumlichkeiten in Gußwerk vorbereitet, sollte eigentlich als Zeichen gesehen werden, dass Gußwerk im Gesamtkonzept Gesundheitszentrum sehr wohl einen hohen Stellenwert einnimmt.

Pflegedienstleiterin des LKH Mürzzuschlag, DGKS Christa Preissl - Foto: Mariazell-Online

Pflegedienstleiterin des LKH Mürzzuschlag, DGKS Christa Preissl – Foto: Mariazell-Online

DGKS Christa Preissl fasste sich in ihrem Statement sehr kurz und sprach sowohl den Ärzten als auch dem KAGES-Team des Gesundheitszentrums Lob und Dank aus.

Neu in der Runde diesmal der neue Obmann der GKK Steiermark, Ing. Josef Harb, der kurz vor der Informationsveranstaltung das Gesundheitszentrum erstmals besichtigt hatte. Er gratulierte zur Qualität der steiermarkweit derzeit einzigartigen und beispielhaften Einrichtung und sicherte seine volle Unterstützung dieses Projektes zu.

Obmann der GKK Steiermark Ing. Josef Harb - Foto: Mariazell-Online

Obmann der GKK Steiermark Ing. Josef Harb – Foto: Mariazell-Online

Mariazell verfügt mit dem Gesundheitszentrum über eine Einrichtung mit einem äußerst breit gefächerten medizinischen Angebot. Allerdings vermisse er derzeit noch spezielle Angebote für ältere Personen sowie Vorsorge und Prävention.

Dr. Bernd Leinich vom Gesundheitsfonds Steiermark gilt hingegen mittlerweile als „Stammgast“ in Mariazell. Er habe von Anfang an an das Projekt geglaubt und freut sich deshalb heute umso mehr über das, was daraus geworden ist. Einsparungen der neuen Bundesregierung werden zwar spürbar sein, aber Leinich garantierte, das Team und die Ausstattung des GZ Mariazell weiter unterstützen zu wollen.

Dr. Bernd Leinich vom Gesundheitsfonds Steiermark - Foto: Mariazell-Online

Dr. Bernd Leinich vom Gesundheitsfonds Steiermark – Foto: Mariazell-Online

Die wichtigste Aussage Leinichs war allerdings, dass nunmehr auch der Weiterbestand des Gesundheitszentrum nach dem Ablauf des derzeitigen Vertrages im Jahr 2019 gesichert ist. „Mit Weihnachten 2019 wird sicher nicht zugesperrt“, so seine Worte. „Wir sind in der Planung für die Jahre ab 2020, und da hat das GZ Mariazell einen fixen Platz! Hoffentlich bleibt uns auch Dr. Killmaier mit der gleichen Freude und Energie erhalten.“

Es folgte eine Fragerunde mit mehreren Wortmeldungen. Dabei wurde auch erwähnt, dass es in absehbarer Zeit möglich sein wird, 24-Stunden-EKG oder 24-Stunden-Blutdruck-Überwachungen durchzuführen. Allerdings möchte das GZ dabei keinesfalls in Mitbewerb mit niedergelassenen Fachärzten treten. Weiters wurde erklärt, dass es im GZ möglich ist, ein Blutbild anfertigen  zu lassen – dank der elektronsichen Anbindung an das LKH Mürzzuschlag sind die Laborergebnisse innerhalb weniger Stunden abholbar.

Eine Wortmeldung eines Gußwerkers glättete die aktuellen Wogen hinsichtlich der dortigen ärztlichen Versorgung. „Wenn wir sicher wissen, dass alles wenigstens so bleibt wie es jetzt ist, wenn wir sicher wissen, dass uns die derzeitige Versorgung nicht auch noch genommen wird, dann sind wir schon zufrieden und fühlen uns sicher.“ Ing. Harb beantwortete dies mit den Worten „die GKK hat den Versorgungsauftrag für die gesamte Steiermark – und da gehört Gußwerk auch dazu! Es wird in Gußwerk keine Verschlechterung der ärztlichen Versorgung mehr geben!“

Zur angesprochenen Problematik hinsichtlich teilweise nicht prompt verfügbarer Medikamente ergriff dann die im Publikum anwesende Inhaberin der Apotheke „Zur Gnademutter“, Frau Mag. Dr. Angelika Prentner, das Wort. Natürlich verordnete Dr. Zach als Hausarzt zumeist genau jene Präparate, die er in seiner eigenen Hausapotheke vorrätig und lagernd hatte. Diese Situation hat sich nun geändert. Der Arzt, der das Rezept schreibt, kennt klarerweise keinen Lagerstand der Apotheke und kann daher auch nicht darauf Rücksicht nehmen. Bewilligungspflichtige Medikamente sind aus wirtschaftlichen Gründen darüberhinaus ohnehin nur auf Bestellung erhältlich.

Diesbezüglich werde man sich aber künftig besser absprechen, versicherte Dr. Killmaier, der sich bei Prentner für die Zusammenarbeit bedankte und abschließend auch hervorhob, dass es wohl einzigartig ist, im Ort eine Apotheke zu haben, die 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag einen Bereitschaftsdienst anbietet. In Niederösterreich artet die Suche nach der gerade diensthabenden Apotheke fallweise zu einer richtigen „Rätselrallye“ aus. „Da lernst du das Land kennen“ meinte er, „speziell die Apothekenstandorte.“

Auf die Frage, ob es durch das Gesundheitszentrum nun ausgeschlossen oder hoffnungslos sei, dass sich in Gußwerk vielleicht doch wieder ein praktischer Arzt als Hausarzt ansiedeln ließe meinte Ing. Harb von der GKK: „ausgeschlossen ist es deshalb natürlich nicht, aber ein Arzt hat einen Betrieb zu führen, und das möglichst wirtschaftlich, denn er muss davon leben können. Ich glaube kaum, dass sich jemand wirklich ersthaft dafür interessiert, in Gußwerk eine Kassenarztpraxis zu eröffnen.“

Gruppenbild - Foto: Mariazell-Online

Gruppenbild – Foto: Mariazell-Online

Für Patienten, die auch im Gesundheitszentrum auf einen bestimmten Arzt treffen möchten, hat Mariazell Online seit Oktober 2017 ein neues Service eingerichtet. Ab sofort findet man auf mariazell.at den aktuellen Dienstplan des Gesundheitszentrums sowie die personelle Besetzung der Sprechstunden in Gußwerk.

So können Sie ermitteln, welchen Arzt und welche Ärztin Sie an welchem Tag im Gesundheitszentrum in St. Sebastian und bei den Sprechstunden in Gußwerk antreffen.

 

Bericht und Bilder: Mariazell Online

1 Antwort

  1. Helga Auer-Ganser, Sabrina Auer sagt:

    Möchte nebenbei erwähnen das es seit März 2018 in Gusswerk möglich ist div. Massagen zu erhalten und ab sofort auch auf ärztliche Verordnung. Da das Angebot schon sehr gut angenommen wird möchte ich (wir) uns bei der Gelegenheit bei allen bedanken die schon da waren. Besonders aber bei Herrn Dr. Killmaier der sehr zuvorkommend war und dies ermöglicht hat. Vielen vielen herzlichen Dank dafür.

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