Volles Haus beim Infoabend des GZ Mariazell

Volle Sitzreihen beim Infoabend des Gesundheitszentrums Mariazell am Freitag, 10. November 2017 im Raiffeisensaal Mariazell. Manfred Seebacher, Bürgermeister der Stadt Mariazell, konnte am Podium Dr. Bernd Leinich vom Gesundheitsfonds Steiermark, Frau Mag. Dr. Angelika Prentner, Inhaberin der Apotheke Mariazell und den ärztlichen Leiter des GZ Dr. Patrick Killmaier begrüßen. Fr. Dr. Magdalena Griessler war durch einen Notarzteinsatz verhindert, stieß aber später dazu.

Infoabend GZ

Zur Einleitung sprach Dr. Leinich über grundsätzliche Themen der Finanzierung des Projekts und die Rolle des Gesundheitsfonds Steiermark als finanzieller Träger. Anlässlich der Pensionierung von Dr. Reinhard Zach aus Gußwerk stand man vor der Alternative, entweder einen Kassenarzt für Gußwerk zu finden oder mit den freiwerdenden Finanzmitteln eine Aufstockung der Ärztedienste und somit durch die halbtägliche Doppelbesetzung einerseits den 7. Öffnungstag im Gesundheitszentrum und zweimal wöchentlich eine Sprechstunde in Gußwerk zu finanzieren.

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Da lt. seinen Aussagen eine Kassenstelle erst einen Monat vor dem Pensionsantritt ausgeschrieben werden darf, die tatsächliche Besetzung erfahrungsgemäß allerdings wesentlich länger dauert, wäre bei einer Nachbesetzung der Gußwerker Arztstelle eine längerfristige Lücke in der Gesundheitsversorgung der Gußwerker Bevölkerung zu befürchten gewesen. Daher entschied man sich für jenes Modell, das nun seit Anfang Oktober angewendet wird: Mehrstunden für das Team des GZ und dadurch die Möglichkeit von zusätzlichen Sprechstunden in Gußwerk, ergänzt durch Visiten und Hausbesuche.

Der ärztliche Leiter des Gesundheitszentrums, Dr. Patrick Killmaier bestätigte das erhöhte Patientenaufkommen seit der Pensionierung von Dr. Zach, berichtete aber auch aber auch über das verbesserte Leistungsangebot im Gesundheitszentrum.

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Durch die Zusammenarbeit mit dem LKH Mürzzuschlag steht das Röntgen ab sofort täglich (auch sonntags) zur Verfügung, was eine wichtige Verbesserung der Versorgung darstellt. Mit einem Visitendienst für Hausbesuche wird künftig versucht, auch gebrechliche, bettlägrige und nicht transportfähige Patienten medizinisch zu versorgen und so die Leistungen eines Hausarztes möglichst zufriedenstellend zu kompensieren.

Dr. Killmaier erwähnte aber auch, dass Not- und Akutfälle weiterhin über die Notrufnummer 144 bedient werden. Dazu steht ab 2018 übrigens auch ein nachtflugtauglicher Helikopter-Landeplatz zur Verfügung.

Der Visitendienst steht nur im Anschluss an die regulären Öffnungszeiten des GZ zur Verfügung, da dieser vom jeweils diensthabenden Arzt bespielt wird. Dienstags werden die Hausbesuche im Großraum Gußwerk, donnerstags im Großraum Halltal und montags, mittwochs und freitags im Kerngebiet Mariazell, St. Sebastian und Mitterbach sowie im Pflegeheim erfolgen. Dr. Grießler, Dr. Killmaier und Dr. Mubarak übernehmen diese Aufgabe.

Aus diesem Grund wird die tägliche Öffnungszeit im Gesundheitszentrum abends um eine Stunde verkürzt. Die Vorverlegung der „Sperrstunde“ auf 18:00 Uhr ist relativ unbedeutend, wie die Patientenstatistik der letzten 12 Monate zeigt.

Dr. Killmaier ersuchte auch um Verständnis, dass die Sprechstunde in Gußwerk kein vollwertiger Ersatz für die Praxis von Dr. Zach sein kann, aber eigentlich auch nicht sein soll. Patienten, die ausreichend mobil sind, sollten unbedingt ins Gesundheitszentrum nach Mariazell fahren – dort steht die gesamte technische und medizinische Ausrüstung und auch mehr Personal zur Verfügung.

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Danach übergab er das Wort an Frau Mag. Dr. Angelika Prentner, die im Gesundheitszentrum eine vollwertige Filialapotheke eingerichtet hat. Von Montag bis Freitag kann dort zwischen 9:00 und 17:00 Uhr das gesamte Sortiment der Apotheke Mariazell erworben werden. Die Ausgabestelle in Gußwerk wurde ebenso reorganisiert. Rezepte, die vom diensthabenden Arzt am Vormittag in die Apotheke gefaxt werden, werden sofort bearbeitet, die Medikamente werden zusammengestellt und mittags gesammelt nach Gußwerk geliefert, wo sie noch am gleichen Tag zwischen 12:00 und 13:00 Uhr ausgehändigt werden bzw. abgeholt werden können. Für die Zukunft ist sogar ein kleines Lager mit den gängigsten Arzneien angedacht, um Wartezeiten und Doppelfahrten zu vermeiden und auch in Gußwerk eine „Soforthilfe“ zu ermöglichen.

Dr. Killmaier berichtete dann über das inzwischen sehr breit gefächerte Angebot an fachärztlichen Leistungen im Gesundheitszentrum. So steht jeden zweiten Freitag ein Gynäkologe (vorerst als Privatarzt) zur Verfügung, ab Mitte Dezember wird jeden zweiten Donnerstag eine Orthopädin ihre Leistungen anbieten, jeden letzten Mittwoch im Monat ordiniert ein Kinderarzt und Gastroskopie und Koloskopie ist (nach Terminvereinbarung) jeweils mittwochs möglich.

Das „Langzeitsorgenkind“ Physiotherapie konnte inzwischen auch gelöst werden: Mit gleich zwei Therapeuten können künftig an drei Tagen (ab sofort immer dienstags und ab Dezember 2017 zusätzlich auch montags und donnerstags) physikalische Therapien angeboten werden. Osteopathie, Heilmassage sowie Pflege- und Sozialberatung wird (nach Terminvereinbarung) ebenso bereits jetzt angeboten.

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Dr. Leinich vom Gesundheitsfonds Steiermark unterstrich die Tatsache, dass damit in der Region mittlerweile mehr fachärztliche Leistungen gegeben sind, als dies noch vor einem Jahr der Fall war. Und er verdeutlichte aber auch einmal mehr sein Unverständnis für diverse Beschwerden aus Gußwerk. „Jeder Gußwerker, der nach Mariazell zum Billa und Spar fahren kann, der kann auch ins Gesundheitszentrum nach Mariazell fahren“.

Einig war man sich dann auch, dass man bei einem Pilotprojekt wie dem GZ Mariazell natürlich ständig verbessern und nachjustieren muss. So soll es im April 2018 wieder eine Informationsveranstaltung geben, bei welcher man auf die Entwicklungen eingehen und dabei aber selbstverständlich auch die Erfahrungen und Rückmeldungen, aber auch die Ängste und Sorgen der Bevölkerung mit einfließen lassen werde.

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Abschließend dankte der Bürgermeister noch dem Team des Gesundheitszentrums, allen voran Dr. Killmaier und Dr. Griessler, die pünktlich zum Schlusswort direkt von einem Notarzteinsatz kommend zur Runde am Podium dazugestoßen war. „Wir können froh sein, dass wir dieses GZ haben, denn dieses sichert uns nicht nur die medizinische Grundversorgung in der Region, sondern auch den Notarztdienst für uns und unsere Gäste. Dass eine Gemeinde mit rund 4000 Einwohnern über einen Notarzt verfügt, ist nicht selbstverständlich.“ Zum Vergleich: Wien (1,8 Mio Einwohner) hat gerade mal acht Notärzte…

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Den aktuellen Dienstplan der ärztlichen Besetzung im Gesundheitszentrum finden Sie übrigens als Serviceleitung unter www.mariazell.at/gz

Bericht und Bilder: Mariazell Online

 

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