Halbzeit auf der Baustelle des Bürgeralpe Express

Anlässlich der Halbzeit der Bautätigkeiten zum neuen Bürgeralpe-Express, der Einseil-Umlaufbahn auf den Mariazeller Hausberg, fand am 5. September 2019 eine Führung durch die Baustelle statt. Eingeladen waren dazu die Gesellschafter, Vertreter aus Tourismus und Gemeinderat sowie Presse und Medienvertreter.

Um 10:00 Uhr begrüßte Bauherr Johann Kleinhofer vor der Talstation die zahlreich erschienenen Gäste, darunter den ehemaligen Verkehrsminister und steirischen SPÖ-Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl Dr. Jörg Leichtfried sowie den derzeit amtierenden Bürgermeister der Stadtgemeinde Mariazell Michael Wallmann.

Neubau Bürgeralpe Express, Foto: Mariazell Online

Neubau Bürgeralpe Express, Foto: Mariazell Online

Der Planer Christian Ziegler erklärte danach die Gebäudestruktur und Einteilung der einzelnen Geschoße. Zwei Aufzüge bringen die Fahrgäste direkt von der Wiener Straße völlig barrierefrei auf den Bahnsteig in der zweiten Etage, wo die Kabinen der Bahn betreten werden. Wintersportler gelangen direkt von der Piste bzw. der Rodelbahn bergseitig auf den Bahnsteig. In den Etagen darunter befinden sich Lagerräume, Sanitäranlagen und natürlich auch der Kassenbereich sowie ein überdachter Vorplatz, wo auch Busse halten können.

Mit Schutzhelmen ausgestattet wurden die Besucher danach durch die Baustelle geführt, während gleichzeitig weitergearbeitet wurde und ein Spezialkran die tonnenschweren Stahlteile der Seilbahn in die korrekten Positionen brachte.

Neubau Bürgeralpe Express, Foto: Mariazell Online

Neubau Bürgeralpe Express, Foto: Mariazell Online

Mit dem Bürgeralpe-Shuttle und der Vierersesselbahn in St. Sebastian wurden die Gäste danach auf die Bürgeralpe gebracht, wo eine Besichtigung der Bergstation erfolgte. Ebenso barrierefrei erfolgt hier wieder der Ausstieg, eine Weiche ermöglicht das „Ausfädeln“ von Kabinen in eine Art „Wartungshalle“ mit Platz für alle 22 Gondeln. Im Untergeschoß befindet sich eine Garagenhalle für die Pistengeräte, Sanitärräume und Lagerflächen sowie die gesamte Antriebstechnik. Hier erläuterte Gernot Fischer von der Firma Doppelmayr die technischen Herausforderungen bei der Planung und beim Bau dieser Bahn.

Mit der neuen Bahn, die im Uhrzeigersinn fahren wird, können künftig bis zu 800 Personen pro Stunde auf die Mariazeller Bürgeralpe befördert werden. In der Praxis wird sich diese Zahl bei rund 500 bis 600 einpendeln, weil erfahrungsgemäß nicht immer alle Gondeln voll besetzt werden können. Dennoch wäre die Anlage in technischer Hinsicht relativ einfach erweiterbar und könnte zusätzliche Gondeln aufnehmen – dann wären sogar bis zu 1100 Personen pro Stunde möglich. Auch die Garagenhalle könnte bei Bedarf verlängert und somit Platz für ein weiteres Pistengerät geschaffen werden.

Neubau Bürgeralpe Express, Foto: Mariazell Online

Neubau Bürgeralpe Express, Foto: Mariazell Online

Die ursprüngliche Planung für die Bergarena und den teilweisen Neubau des Berggasthofs musste inzwischen leider wieder verworfen werden, da das alte Gebäude überraschend unter Denkmalschutz gestellt wurde. Architekt Christian Ziegler zeigte die neuen Pläne, auf denen die Gestaltung der Fläche zwischen Bergstation und Gasthof nun wesentlich schlichter und weniger extravagant ausfällt, ohne aber das Angebot für die Gäste merkbar einzuschränken. Eine große Sitzterrasse und die Riesenschaukel sind nach wie vor Bestandteil des Konzeptes, auch die Möglichkeit einer überdachten Veranstaltungsfläche ist weiterhin gegeben.

Die Einseil-Umlaufbahn „Bürgeralpe-Express“ ist mit einer Investition von rund acht Millionen Euro aber nur ein Teil der großen Toursimusoffensive in diesem Jahr. Zusätzlich investiert die Mariazeller Bürgeralpe weitere drei Millionen in die Erweiterung der Beschneiungsanlage, in die bereits oben erwähne Pistengerätehalle, in die Bergarena und in die Steigerung der Attraktivität des Freizeitangebots am Berg. Ein Drittel wird vom Land Steiermark finanziert, ein weiteres Drittel wird über Fremdkapital von der Volksbank Steiermark auf die Beine gestellt, der Rest wurde durch die Gesellschafter und die Unterstützung der heimischen Wirtschaft aufgebracht.

Aber nicht nur die Bürgeralpe wird „runderenuert, auch die zwei JUFA-Häuser am Sigmundsberg und in St. Sebastian erfahren bis zum Start der Wintersaison 2019 einen regelrechten Modernisierungsschub. Insgesamt rund 7,5 Millionen Euro werden hier investiert, um die beiden Häuser auf Drei-Sterne-Plus Niveau zu bringen, so Harald Schmid von den JUFA-Hotels Steiermark. Weitere 600.000,- Euro fließen in einen von der Stadtgemeinde Mariazell errichteten Parkplatz bei der Talstation, sodass man von einem Gesamtvolumen von mehr als 19 Millionen Euro sprechen kann.

Nach den ausführlichen Erläuterungen waren die Besucher – gemeinsam mit den fleißigen Arbeitern – zu einem Mittagessen im Berggasthof eingeladen, wo die Fachleute den interessierten Journalisten noch für offene Fragen zur Verfügung standen.

Nachfolgend die bildlichen Eindrücke der Besichtigung:

 

Bericht und Bilder: Mariazell Online

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