Die Mariazellerland GmbH bekommt einen neuen Chef

Bereits im Februar 2019 wurde die Stelle für die Geschäftsführung in der Mariazeller Land GmbH ausgeschrieben (wir berichteten). Die Neubesetzung dieser Position ist erforderlich, da der bisherige Geschäftsführer Johann „Kleini“ Kleinhofer seine Funktion mit Jahresende 2019 zurücklegen wird, um sich künftig verstärkt seiner politischen Laufbahn widmen zu können. Kleinhofer soll ab Jahresbeginn 2020 die Nachfolge des designierten Bürgermeisters Michael Wallmann antreten, der seinerseits wiederum mit Ende Mai 2019 für die kommenden sieben Monate den derzeit amtierenden Bürgermeister Manfred Seebacher interimistisch ablösen wird.

Die Mariazeller Land GmbH

Seit Wochen kursierten bereits die Gerüchte, wer denn nun diese wichtige und bedeutende Funktion im Mariazeller Land übernehmen und somit künftig in der Mariazeller Land GmbH das Sagen haben wird. Nach den Beschlüssen der einzelnen Gesellschafter in Gemeinderat und Tourismuskommission wurde bei der Generalversammlung der Mariazellerland GmbH am 29. Mai die Personalentscheidung offiziell bestätigt und  Andreas Schweiger zum Nachfolger Kleinhofers bestimmt. Mariazell-Online hat mit dem künftigen Geschäftsführer gesprochen.

Foto: zVg Andreas Schweiger

Andreas Schweiger ist in der Region kein Unbekannter. Der gebürtige Mariazeller ging – wie viele andere Jugendliche aus der Region – nach der Pflichtschule nach Wien, besuchte dort das Musikgymnasium und absolvierte schon kurze Zeit später die Studienberechtigungsprüfung, um sich an der „Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien“ voll und ganz seiner musikalischen Berufslaufbahn zu widmen. Während des Präsenzdienstes unterbrach er sein Studium, kam zur Militärmusik, absolvierte die Ausbildung zum Unteroffizier und trat schließlich der Gardemusik Wien bei. Seit etwa vier Jahren betreibt der 28-jährige Berufsmusiker überdies ein Ein-Personen-Unternehmen als Musiker, Musikvermittler und Veranstalter, wo er österreichweit und international in verschiedensten touristischen Regionen tätig ist.

Andreas Schweiger, Foto: Mariazell Online

Junge Leute sind doch eher Stadtmenschen und haben mit dem Landleben wenig „am Hut“ sollte man meinen, doch Andreas Schweiger ist diesbezüglich eine der wenigen Ausnahmen. Er hat zwar in Wien gelebt und hat auch aus beruflichen Gründen schon viel von der Welt gesehen: Japan, Oman, Moskau, um nur einige Stationen zu nennen. Dennoch hat er dabei nie seine Wurzeln vergessen: seine Tätigkeit als Kapellmeister der Stadtkapelle Mariazell führte ihn zwischendurch immer wieder nach Mariazell, seine Familie, sein Elternhaus und sein Freundeskreis waren und sind immer wieder Grund genug, sich in der Heimat besonders wohl zu fühlen und gerne nach Hause zu kommen.

„Nach rund 14 Jahren werde ich nun wieder hier sesshaft, was für mich eine Steigerung der Lebensqualität mit sich bringen wird“, so Schweiger, „es reizt mich aber auch die Herausforderung, künftig diese Funktion übernehmen zu dürfen und damit meine Heimat ein Stück weit mitgestalten zu können. Ich habe hinsichtlich einer touristischen Ausbildung zwar sicher einigen Nachholbedarf, und ich weiß, welche Verantwortung mir damit übertragen wird“, gibt er sich selbstkritisch, „aber ich möchte meine Gesellschafter und natürlich auch die Bevölkerung mit meinen Ideen, meiner Arbeit und den Ergebnissen überzeugen“, so Schweiger, der als Quereinsteiger seine neue Aufgabe auch nicht zwingend als „Chefposition“ betrachtet: „Kleini übergibt mir ein erstklassiges Team, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen ihre Aufgaben, beherrschen ihre Arbeit und werden auch mir eine große Unterstützung sein.“

Andreas Schweiger, Pressefoto: Basilika Mariazell, Anna Scherfler

Zur Frage, ob unter der neuen Führung auch neue Wege eingeschlagen werden, sagt Schweiger: „Die Aufbruchsstimmung in der Region ist gerade jetzt deutlich spürbar. Die umfassenden Investitionen, die derzeit in der Region getätigt werden, sei es die neue Einseil-Umlaufbahn und die Bergarena auf der Bürgeralpe, die Baustelle Schwarzer Adler am Hauptplatz oder auch der Ausbau der Jufa-Gästehäuser zeigen dies deutlich und eröffnen neue Möglichkeiten. Darin sehe ich eine große Chance und eine gute Gelegenheit für eine Veränderung und Weiterentwicklung sowie für eine – wenn vielleicht auch nur moderate – Umgestaltung und Anpassung der bisherigen touristischen Arbeit für die Region“, so Schweiger.

Kontakte pflegen und Netzwerken ist wohl eine der größten Herausforderungen, die auf ihn zukommen werden, doch das sieht Andreas Schweiger gelassen: „Den Mariazeller Superior Pater Michael Staberl kenne ich seit meiner Kindheit, mit ihm verbrachte ich meine Zeit bei der Mariazeller Pfarrjugend, aber auch mit den Touristikern kann ich gut. Ich kenne viele der Akteure persönlich und habe über die Musik und mein Engagement bei vielen kirchlichen und touristischen Auftritten auch über die Region hinaus in den letzten Jahren viele wertvolle Kontakte knüpfen können. Mit meinem Vorgänger und künftigen SPÖ-Bürgermeisterkandidaten Johann Kleinhofer sowie meinem Vater als Mariazeller ÖVP-Stadtrat habe ich auch in kommunalpolitischen Angelegenheiten eine gute Gesprächsbasis in jede Richtung.“ Dass ihm das Netzwerken nicht nur liegt, sondern auch gelingt, konnte Andreas Schweiger beispielsweise mit der Organisation der Sänger- und Musikantenwallfahrt im September 2018 bereits eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Andreas Schweiger, Foto: Mariazell Online

Andreas Schweiger, Foto: Mariazell Online

Angesprochen auf Pläne für die von der GmbH veranstalteten Konzerte und Events in der Region meint Schweiger: „Mein Leben ist geprägt von der Musik, als Berufsmusiker kenne ich mich auf diesem Gebiet wirklich aus. Eines meiner Ziele ist es daher, nach der diesjährigen Pause der Bergwelle künftig wieder eine Konzertreihe im Mariazeller Land zu etablieren, dabei möchte ich aber vermehrt auch auf Niveau und Exklusivität zu setzen.“

Dass dies einen Spagat erfordert, ist Andreas Schweiger klar: „Für den kommerziellen Erfolg und den dauerhaften Bestand einer solchen Veranstaltungsreihe zählen ausschließlich die verkauften Tickets – daher sind die bewährten Publikumslieblinge und Besuchermagneten für uns als Veranstalter kaufmännisch auch zukünftig unbedingt notwendig – auch wenn das Publikum dabei nur selten nächtigt oder die regionale Wirtschaft spürbar belebt. Ich denke aber, es sollte uns – wie es bei einigen Konzerthighlights im Advent ja bereits funktioniert – auch im Sommer gelingen, mit ein paar besonderen, niveauvollen und außergewöhnlichen Veranstaltungen künftig auch jenes Publikum anzusprechen, das einen Konzertbesuch zumindest mit einem Tagesausflug, vielleicht sogar mit einer Nächtigung oder im Idealfall mit einem ganzen Wochenende verbindet.“

Konzerte am Bergsee, Foto: Mariazeller Land GmbH

Die längere Aufenthaltsdauer verbindet Schweiger nicht nur mit regionaler Wertschöpfung, sondern mit einer Chance für die nachhaltige Tourismuswerbung: „Wenn der Gast rund um das Konzert mehr Zeit hier verbringt, dann haben wir die Gelegenheit, ihm auch die vielen anderen Reize, die unsere wunderbare Region zu bieten hat, zu zeigen und näher zu bringen und dafür zu sorgen, dass er nicht nur die Veranstaltung allein, sondern den gesamten Aufenthalt und damit Mariazell und das Mariazeller Land in Erinnerung behält und wieder kommt.“

Am 1. Juni wird Andreas Schweiger also seine Arbeit in der Mariazeller Land GmbH aufnehmen und sich dann ein gutes halbes Jahr lang in seine neue Aufgabe einarbeiten, bevor er mit Jahresbeginn 2020 die Geschäftsführung übernehmen wird. „Die Region hat enormes Potenzial und ich habe so viele Ideen – ich bin dankbar für diesen Vertrauensvorschuss, freue mich auf die Herausforderung und werde mein Bestes geben“, fasst er abschließend zusammen.

Wir von Mariazell Online danken Andreas für das nette und aufschlussreiche Gespräch, wünschen ihm alles erdenklich Gute für diese neue Aufgabe und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit – im Sinne der Gäste und im Sinne des Mariazeller Landes.

Bericht: Mariazell Online
Fotos: Mariazell Online, Mariazeller Land GmbH, Basilika Mariazell, Andreas Schweiger, Dezwa

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