Tausende pilgern am 15. August in Marienorte

Im Zeichen von Festgottesdiensten und Prozessionen steht am Montag das „Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel“, das höchste Marienfest der katholischen Kirche. Das am 15. August gefeierte Hochfest wird volkstümlich „Mariä Himmelfahrt“ genannt. Das auch „Großer Frauentag“ genannte Fest ist mit einer Reihe von Bräuchen wie den Kräutersegnungen verbunden.

Tausende Pilger werden am Marienfeiertag im österreichischen Nationalheiligtum Mariazell in der Steiermark erwartet. Den Festgottesdienst um 10 Uhr in der Mariazeller Basilika wird der Erzabt von Pannonhalma, Bischof Astrik Varszegi, zelebrieren. Bereits am Vorabend, 14. August 2016, wird in Mariazell um 20:30 Uhr eine große Lichterprozession durch die Stadt abgehalten.

Basilika Mariazell

Der „Tag der Gottesmutter Maria“ ist bereits für die Mitte des 5. Jahrhunderts bezeugt. Die östliche und die westliche Kirchentradition setzten später unterschiedliche Akzente: Die ostkirchliche Theologie spricht von der „Entschlafung“ (dormitio) Mariens, die westkirchliche von der „Aufnahme in den Himmel“ (assumptio). Papst Pius XII. (1939-1958) erklärte im Jahr 1950 – nach einer Befragung aller Bischöfe der katholischen Weltkirche – die „leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“ als bislang letztes katholisches Dogma. Der Pacelli-Papst hatte damit eine seit vielen Jahrhunderten von Theologie und Volksfrömmigkeit bezeugte Glaubenslehre feierlich proklamiert.

In Liturgie, Theologie und Volksfrömmigkeit wird Maria am 15. August einerseits als „Mutter“ dargestellt – Mutter Jesu und Mutter der Menschen -, andererseits aber auch als „Urbild des Glaubens“ und „Vorbild der Kirche“.

Aus den Legenden um die Gottesmutter haben sich einige Bräuche entwickelt, die heute noch lebendig sind. Der alte Brauch der Kräutersegnungen am 15. August geht auf den Kirchenvater Johannes von Damaskus zurück, der als Mönch um 700 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem lebte. Seiner Erzählung nach ist dem Grab Mariens in dem Augenblick, in dem Maria in den Himmel aufgenommen wurde, ein wunderbarer Duft wie von Kräutern und Blumen entstiegen. Eine andere Legende erzählt, dass die Apostel das Grab Mariens noch einmal öffnen ließen. Dabei fanden sie nicht mehr den Leichnam, sondern Blumen vor. Nach der Segnung der Kräuter am 15. August werden diese im Haus, oft in Form von Kräuter-Sträußen, aufbewahrt.

 

Quelle: Kathpress

Foto: Mariazell Online

 

 

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