30 Jahre Papstbesuch

Vor 30 Jahren – am 13. September 1983 – besuchte Papst Johannes Paul II. Mariazell. Dieser – nach dem Papstattentat von 1981 mehrfach verschobene – erste Pastoralbesuch von Papst Johannes Paul II. in Österreich vor 30 Jahren war zweifellos ein katholisches „Mega-Event“, das auch viele Menschen in seinen Bann zog, die selten oder nie eine Kirche betreten.

Papstbesuch 1983, Foto: Hubert Schablhofer

Das Glaubensfest unter dem Motto „Hoffnung leben – Hoffnung geben“ bildete damals zugleich den Höhepunkt der jahrzehntelangen Ära Kardinal Königs, der als weltkirchlich hoch geachteter Wiener Erzbischof die österreichische Kirche im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils geöffnet hatte.

Die Höhepunkte des Festes – wie die visionäre Europa-Vesper auf dem Wiener Heldenplatz, die Messe mit der Jugend im Praterstadion und bei strömendem Regen im Donaupark, das gemeinsame Feiern unterschiedlichster kirchlicher Gruppierungen oder der Besuch des Papstes in Mariazell – markieren Sternstunden des österreichischen Katholizismus der jüngsten Zeitgeschichte, deren Leuchtkraft und Fröhlichkeit bei einer Großveranstaltung seither nicht wieder erreicht wurde.

Papst Johannes Paul II. - Foto: Fotoverlag Cermak Mariazell

1983 sprach man von einem Jahrhundertereignis und einer Sternstunde für den weltberühmten Wallfahrtsort Mariazell. Über 30.000 Besucher verfolgten damals live die Papstmesse am Mariazeller Hauptplatz, für die eigens eine riesige überdachte Tribüne errichtet worden war.

Papstbesuch 1983, Foto: Hubert Schablhofer
Die damals erschienene Bezirkszeitung „Mariazell Regional“ von Hubert Schablhofer berichtete:

Die riesige Tribüne am Hauptplatz ist eine wahre Attraktion. Für ihre Errichtung zeichnet die Zimmerei Klaus Egger aus Halltal verantwortlich. Der heilige Vater wird um ca. 10 Uhr, nach einem 45-Minuten-Flug, von Wien Schwechat kommend, mit seinem Helikopter, der von elf Transporthubschraubern des Bundesheeres begleitet wird, am Mariazeller Flughafen landen…

Und genauso war es auch. Am Vortag und auch in der Früh am Tag des Papstbesuches, strömender Regen. Doch just als der Hubschauber am Horizont von Mariazell auftauchte riss die dichte Wolkendecke auf. Strahlender Sonnenschein begrüßte das geistliche Oberhaupt und trug mit dazu bei, den Besuch des hl. Vaters zu einem unvergesslichen Ereignis für alle Beteiligten werden zu lassen.

Jugendmusikgruppe Mariazell - Foto: Mariazell Online
Der damalige steirische Landeshauptmann Dr. Josef Krainer begrüßte – gemeinsam mit dem damaligen Dözesanbischof Weber – den Papst auf steirischem Boden. Die Stadtkapelle Mariazell – damals noch unter dem Namen „Jugendmusik“ – unter der Leitung von Kapellmeister Franz Kislinger sorgte für den musikalischen Empfang. Mit dabei auch Daniela Demmerer und Peter Girrer. Die beiden Kinder hießen den heiligen Vater mit einem Blumenstrauß und den Worten:“Lieber Heiliger Vater. Ich sage im Namen aller Mariazeller herzlichst Grüß Gott“, willkommen.

Papstbesuch 1983, Foto: Hubert Schablhofer
Daniela über ihre Eindrücke befragt: „Kalt war`s, und aufgeregt war ich auch.“

Papst Johannes Paul II. fuhr dann durch ein Spalier tausender Menschen in seinem Papamobil entlang der Bundesstraße nach Mariazell bis zur Hochstiege, von wo er dann in Begleitung ranghöchster Würdenträger und politischer Prominenz die Stufen hinauf zur Basilika schritt. Als Aufenthaltsraum diente ihm ein Raum im Pfarrhof, den schon Kaiser Franz Josef anlässich seines Mariazellbesuches am 24. Septemer 1910 bewohnt hatte.

Papstbesuch 1983, Foto: Hubert Schablhofer
Susanne Erber und Sibylle Egger (siehe Bild) von der Goldhaubengruppe Gußwerk begrüßten den hl. Vater ganz unprogrammgemäß an der Hochstiege mit einem Gewürzsträußchen. Klein Sibylle über ihre unmittelbaren Eindrücke befragt, anwortete: „Zu mir hat er `Servus` gesagt.“ Beide Kinder – wie übrigens auch Daniela und Peter – bekamen vom Papst einen Rosenkranz geschenkt.

Superior P. Veremund Hochreiter, Foto: Hubert Schablhofer
Der damalige Superior Pater Dr. Veremund Hochreiter reichte dem Papst am Basilikaeingang den Weihbrunn. In einer kurzen Replik meinte der Superior damals: „Schöner als wir dachten… Wirksamer als wir erhoffen konnten. Die Persönlichkeit des Papstes hat eingeschlagen. Wir haben aber auch andere Zeugnisse, die bekunden, dass der Hl. Vater in seiner Art angekommen ist“. Für den Superior war das Auftreten des Papstes bei den Wissenschaftlern und Künstlern im Kongresssaal der Wiener Hofburg am rührendsten.

Papstbesuch 1983, Foto: Hubert Schablhofer
Ein wunderschönes, sehr wertvollen Messkleid (siehe Foto) hat der Hl. Vater damals für die Basilika hinterlassen. Der Rosenkranz im gleichen Bild rechts ist ein goldener Perlenrosenkranz. Er lag in einer herrlichen Schatulle, die der Papst einfach am Altar der Gnadenkapelle liegen ließ, und die erst viel später entdeckt wurde.

Es war tatsächlich eine Jahrhundertereignis, der Papstbesuch, damals, 1983… Von den Massenmedien rund um den Erdball getragen…
Jenes Ereignis, als der weltberühmte Oberhirte der katholischen Kirche als Pilger nach Mariazell kam, um der großen Mutter Österreichs zu huldigen.

 

Bericht: Mariazell Online

Fotos: www.griass-eich.at, Fotoverlag Cermak, Mariazell-Online

Quelle: www.kathweb.at, www.griass-eich.at

Mit freundlicher Genehmigung von Hubert Schablhofer

 

 

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