Sonntagberg-Wallfahrt

Am kommenden Wochenende die diesjährige Wallfahrt der Mariazeller zum Sonntagberg statt.

Treffpunkt ist am Samstag, 29. Juni, um 5:45 Uhr vor der Basilika Mariazell, wo der Segen erteilt wird, bevor sich die Teilnehmer auf den Weg machen. Die erste und beschwerlichste der drei Etappen führt dann bis nach Lunz am See, wo im Pfarrhaus das erste Nachtlager aufgeschlagen wird.

Am Sonntag wird nach Maria Seesal gepilgert, wo mittags ein Gottesdienst gefeiert wird. Nach einer Stärkung geht es dann weiter nach Ybbsitz, wo ein zweites mal übernachtet wird. Von dort aus wird am Montagmorgen der letzte Abschnitt zum Sonntagberg in Angriff genommen – zeitgleich starten in Mariazell am Montag auch die Radfahrer, die dann gemeinsam mit den Fußwallfahrern am frühen Nachmittag das Ziel der Wallfahrt am Sonntagberg erreichen. Nach einem Gottesdienst geht es mit einem Shuttlebus (Plätze nur gegen Voranmeldung!) wieder nach Hause.

Sonntagberg

Die Wallfahrt wird seit Jahren von Ferdinand Brandl organisiert – und vom Kleinkind bis zum rüstigen Pensionisten sind alle Altersgruppen dabei vertreten, sogar ein Hund war bereits mehrmals unter den „Wanderern“. 2012 nahmen fast 100 Personen an dieser Wallfahrt teil. Das Gepäck (Schlafsäcke, Rucksack, aber auch Proviant und sogar Musikinstrumente für die Abendgestaltung) wird von einem Begleitfahrzeug transportiert, und wer nicht in einem Schlaflager übernachten will, kann an beiden Stationen auch ein preisgünstiges Zimmer buchen, wobei Herr Brandl auch immer wieder gern behilflich ist. Die Anmeldung zur Wallfahrt selbst ist ebenso bei Herrn Brandl möglich.

Hier die Geschichte dieser alten Tradition:

Bereits seit über 300 Jahren pilgert die Mariazeller Pfarre am Sonntagberg. Nachweislich waren „Mariazeller“ schon in den Jahren 1636 und 1666 am Sonntagberg zu Gast. Im Jahr 1680 wurde aus Wien die Pest nach Mariazell eingeschleppt, infolge dessen gab es ein Gelöbnis für eine jährliche Wallfahrt zur Basilika am Sonntagberg, um künftig von dieser Seuche verschont zu bleiben.

Veranstaltet wurde im Jahr 1680 die Wallfahrt zum Gelöbnis mit viel Mühe und großem Aufwand. Von der berühmten „Erzbruderschaft des heiligen Rosenkranzes in Mariazell“ organisiert wurde die Strecke damals mit viel Mühe unter großen Anstregungen und Entbehrungen bewältigt.

Im Jahr 1780 wurde mit einer besonderen Feierlichkeit das hundertjährige Jubiläum der Prozession gefeiert. An dieses Datum erinnert ein anlässlich des Jubiläums gespendetes Votivbild, welches den Markt von Mariazell zeigt und noch heute in der Basilika Mariazell zu sehen ist.

Kaiser Josef II. hob währed seiner Amtszeit die Bruderschaft auf und somit gab es plötzlich keinen Organisator mehr für diese Wallfahrt – dennoch pilgerten die Mariazeller, die sich schon sehr an diese Prozession gewöhnt hatten, weiterhin jedes Jahr rund um den Sommerbeginn zum Sonntagberg.

Seit dem 300-Jahr-Jubiläum im Jahr 1980 gibt es nach Jahren der Buswallfahrten vermehrt wieder größere Pilgergruppen, die sich zu Fuß auf den Weg zum Sonntagberg machen. Seit über 300 Jahren pilgert die Pfarre Mariazell also zur Basilika am Sonntagberg und bis heute wird diese alte Tradition aufrecht erhalten!

 

Bericht:

Mariazell Online

Fotos:

Mariazeller Häuserbuch, Gemeinde Sonntagberg

 

 

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