66. NÖ Bauernbundwallfahrt – Nachbericht

Miteinander – Füreinander „Einer trage des anderen Last“ – unter diesem Motto hat der NÖ Bauernbund am Samstag, 15. September und am Sonntag, 16. September 2012, seine diesjährige Wallfahrt nach Mariazell geführt. Mit der Wahl dieses Themas leistete der NÖ Bauernbund einen besonderen Beitrag zum internationalen „Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“, das die Europäische Union für 2012 ausgerufen hat.

Rund 1800 Teilnehmer haben an der von NÖ Bauernbundobmann Hermann Schultes und Direktorin Klaudia Tanner angeführten zweitägigen Wallfahrt teilgenommen. Das Pontifikalamt zelebrierte Abtprimas Bernhard Backovsky, Propst des Augustiner Chorherren Stiftes Klosterneuburg. Die Festansprache bei der Wallfahrerkundgebung hielt NÖ Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll.

Absage an den Klassenkampf
Vor den am Sonntag rund 1000 versammelten Wallfahrern würdigte NÖ Landeshauptmann Erwin Pröll die Leistungen des Bauernstands. Pröll: „Die Bauern schaffen die Grundlage für unsere Lebensqualität und für die wirtschaftliche Dynamik im Land.“ Das Leben im ländlichen Raum könne nur funktionieren, wenn der Bauernstand funktioniere. Stabilität, Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit seien bäuerliche Grundwerte, die auch in Gesellschaft und Staat unverändert Gültigkeit haben. Eine klare Absage erteilte der Landeshauptmann jenen Kräften in SPÖ und Arbeiterkammer, die zulasten der Bauern mit dem Schüren von Neid und Misstrauen einen neuen Klassenkampf heraufzitieren. Die Bauern brauchen verlässliche Partner, damit sie die heuer hereingebrochenen Widrigkeiten durch Frost, Dürre und Unwetter bewältigen können. Die NÖ Landesregierung sei in dieser schwierigen Situation stets an der Seite der Bauern gestanden, so der Landeshauptmann.

NÖ Bauernbundwallfahrt

(v.r.) - Hermann Schultes, Klaudia Tanner, Karl Anton Schrattenholzer, Erwin Pröll, Verena Hainzl und Stephan Pernkopf.

 

Gesamtschule ruiniert den ländlichen Raum
Erneut bezog der Landeshauptmann auch Stellung gegen das „Gefasel von der Gesamtschule“. Denn wer eine Gesamtschule wolle, der würde „den ländlichen Raum ruinieren“. In Niederösterreich würde durch diese Pläne ein Drittel aller Schulen zugesperrt. „Das kann nicht die Zukunft unseres Landes sein“, so Erwin Pröll.

Ohne Wehrpflicht keine Solidarität
Die für 20. Jänner 2013 geplante Volksabstimmung zur allgemeinen Wehrpflicht bezeichnete Erwin Pröll als „Grundsatzentscheidung“. „Ohne Wehrpflicht kein Zivildienst, ohne Zivildienst kein Ehrenamt und ohne Ehrenamt keine Solidarität“, so Pröll. Die Österreicher sollten „aufstehen wie ein Mann und verteidigen, was Österreich groß gemacht hat“, so der Aufruf Erwin Prölls zu einem Votum für die allgemeine Wehrpflicht.

Abtprimas Bernhard Backovski: „Friede und Freiheit beruhen auf einem guten Miteinander“
Der Propst des Stiftes Klosterneuburg, Abtprimas Bernhard Backovski, betonte in seiner Predigt den hohen Stellenwert des Gemeinschaftssinnes. Ein Staat wie Österreich oder auch die Europäische Union könne ohne das gemeinsamen Fundament des Miteinanders nicht funktionieren. Die Rolle der Klöster und Stifte definierte der Abtprimas als Anlaufstelle für die Menschen und insbesondere für die Politiker, damit diese „in ihrer großen Verantwortung nicht alleine bleiben“. Backovski erinnerte an den großen Leopold Figl, der vor entscheidenden Verhandlungsrunden oft die Stille in der Leopoldi-Kapelle im Stift Klosterneuburg gesucht habe.

Fußwallfahrt der NÖ Landjugend
Gestartet wurde die Wallfahrt bereits am Samstag, 15. September, mit einer Fußwallfahrt der NÖ Landjugend unter Leitung von Verena Hainzl und Karl Anton Schrattenholzer. Seit mittlerweile sechs Jahren nimmt die Landjugend einen etwa 20 Kilometer langen Fußweg nach Mariazell auf sich. Diesmal bei der Fußwallfahrt wieder mit dabei war auch NÖ Bauernbundobmann Hermann Schultes. Die Geschichte der NÖ Bauernbundwallfahrt nach Mariazell geht zurück auf ein Gelöbnis von Leopold Figl und Josef Reither. Diese beiden Bauernbundpolitiker waren sofort nach der Annexion Österreichs durch die Nationalsozialisten ein das Konzentrationslager Dachau eingeliefert worden. Dort gelobten sie in der Hoffnung, dass Österreich wieder Freiheit und Selbstständigkeit erlangen werde, zum Dank jedes Jahr Niederösterreichs Bauern in einer Wallfahrt nach Mariazell zu führen. Erstmals einlösen konnten Leopold Figl, damals Bundeskanzler, und Landeshauptmann Josef Reither ihr Gelöbnis im Jahr 1947.

Weitere Fotos von der Wallfahrt finden Sie hier!

 

Bericht:

OTS-Originaltext Presseaussendung

 

 

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