Das Mariazeller Heimathaus berichtet

Die vergangene und die diesjährige Museumssaison sind geprägt von zwei Großprojekten. Einerseits konnte der Neubau des Geschichtsspeichers realisiert werden. Andererseits wurden die Räumlichkeiten für das geplante Natur- und Jagdmuseum adaptiert, die Thematik Natur und Jagd soll nach der Schließung des Jagdmuseums in Gußwerk wieder einen würdigen Platz im Mariazeller Land bekommen.

Wie in der letzten Ausgabe von „Unser Mariazell“ bereits berichtet, konnte der Rohbau des Geschichtsspeichers vor dem Wintereinbruch fertiggestellt und die ersten drei Monate des heurigen Jahres für den Innenausbau optimal genutzt werden. So kann in absehbarer Zeit mit den Arbeiten wie das Verputzen der Innenwände, das Aufstellen der Zwischenwände und die Errichtung des Estrichs begonnen werden. Neben den heimischen Gewerbebetrieben unterstützen uns aber auch immer wieder örtliche Vereine und Institutionen und Schüler der Polytechnischen Schule Mariazell.

FORSTKOMMUNE SPONSERT MARIAZELLER GESCHICHTSSPEICHER

Mit einem namhaften Sponsorbeitrag von 3.500 EURO stellte sich die Mariazeller Agrargemeinschaft „Bürgerliche Forstkommune“ beim Heimathaus Mariazell ein. Damit unterstützt eine – „historisch gewachsene“ – alteingesessene Institution in Mariazell das Wallfahrts- und Heimatmuseum. Zugute kommt diese „Geldspritze“ dem aktuellen Bauvorhaben, nämlich der Errichtung des Geschichtsspeichers. Dieses von den Mariazellern getragene und in moderner Architektur gestaltete Projekt wird in harmonischer Weise als Zubau zum Heimathaus ausgeführt und in vier Geschoßen die Studiensammlung, das Regionalarchiv, Ausstellungsflächen und das Büro aufnehmen. Für einen bequemen Zugang soll ein behindertengerechter Lift sorgen. Ausgeführt wird das Bauvorhaben von heimischen Gewerbebetrieben. Die Fertigstellung des Projektes ist bis 2013 vorgesehen. Mit dem erweiterten Raumangebot möchte sich das Mariazeller Heimathaus verstärkt auch weiterhin als Ort der Geschichte und Kommunikation präsentieren.

DIE NATUR UND JAGD IM MARIAZELLER LAND

Mit seiner Vielfalt an Exponaten ist das Heimathaus Mariazell längst zu einer wichtigen kulturellen und touristischen Einrichtung geworden, die sich weit über die Grenzen des Landes hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad erworben hat. Ein weiteres großes Projekt, nämlich eine Schausammlung zum Thema „Natur und Jagd im Mariazeller Land“ ist derzeit im Entstehen und wird in Kürze abgeschlossen sein.

Ins Leben gerufen wurde dieses Museumsprojekt übrigens über Initiative von Prof. Dr. Günther A. Granser. Als Abschussnehmer des Reviers Weichselboden der Stadt Wien ist er der weidmännischen Tradition in besonderer Weise verbunden. Prof. Granser, Vorsitzender des durch ihn ins Leben gerufenen Kuratoriums „Natur- und Jagdmuseum Mariazell“, unterstützt die Aktivitäten des Mariazeller Heimathauses nicht nur mit Rat und Tat. Das Heimathaus darf sich auch über die großzügigen finanziellen Unterstützungen und das Sponsoring von Botschafter Dr. Granser freuen. Mit Prof. Granser konnten aber auch weitere namhafte Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft für das Museumsprojekt gewonnen werden. Sie unterstützen das Mariazeller Heimathaus ebenfalls ideell, materiell und vor allem finanziell.

Zusätzlich zur Jagd-Ausstellung entsteht – unter Mithilfe des Naturhistorischen Museums Wien und der Universität für Bodenkultur Wien – im neuen Geschichtsspeicher auch eine Abteilung zum Thema „Natur“. Damit soll die Einmaligkeit und Schönheit unserer Heimat und die wunderschöne Flora des Mariazeller Landes den Museumsbesuchern nähergebracht werden.

Bei der Objektsuche für das neue Natur und Jagdmuseum Mariazell ist man natürlich auch weiterhin auf die Mithilfe der Jägerschaft und der Bevölkerung angewiesen. Das Kuratorium ersucht um Zurverfügungstellung von weiteren Bildmaterialien, historischen Dokumenten und Exponaten. Für all jene, die das Projekt finanziell unterstützen wollen, gibt es „Bausteine“.

Nach der Fertigstellung des Jagdmuseums sollen in einer umfangreichen Schausammlung vor allem die traditionellen Werte der Jagdkultur sichtbar gemacht und den vielen Museumsbesuchern als weiteres „Highlight“ geboten werden. Erzherzog Johann wird im Rahmen dieser Schausammlung nicht nur als Jäger, sondern auch als großer Botaniker seiner Zeit präsentiert. Vor allem aber sollen die neuen Museumsräumlichkeiten als „Lebendiges Museum“ insbesondere auch das Interesse der jungen Museumsbesucher wecken.

 

Bericht:

„Unser Mariazell“

Fotos:

Josef Sommerer

 

 

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