Hallenbad Mariazell – Betriebsschließung

Für die Errichtung des Hallenschwimmbades hat die Republik Österreich, vertreten durch das Bundesministerium für Unterricht und Kunst, eine einmalige Mietzinszahlung in der Höhe von € 911.608,- gemäß Vertrag vom 29. August 1973 geleistet. Dafür verpflichtete sich die Stadtgemeinde Mariazell, die Nutzung für 70 Jahre zu gewährleisten.

Nach jahrelangen Bemühungen ist es endlich gelungen beim Unterrichtsministerium Verständnis für die Situation der Stadtgemeinde Mariazell als Betreiber des Hallenbades zu erzielen. Da der jährliche Abgang, den die Stadtgemeinde Mariazell finanzieren muss, im letzten Jahr € 196.000,- erreicht hat, ist eine Fortführung des Betriebes im gewohnten Umfang nicht mehr zu verantworten. Mariazell darf kein zweites Fohnsdorf oder Trieben werden.

Die Aufwendungen für den Betrieb gefährden die Stadtbetriebe und sind weder wirtschaftlich noch politisch weiter zu vertreten. Für das Bundesschullandheim Mariazell stellt das Hallenbad allerdings eine Infrastruktur zur Verfügung, welche eine gute Auslastung, speziell in den traditionell schlechter gebuchten Monaten ermöglicht. Damit hier ausreichend Zeit für entsprechende Strukturveränderungen bleibt, haben wir uns in Absprache mit dem Ministerium bereit erklärt, das Bad für die einzelnen bereits gebuchten Schwimmwochen bis zum Ende des Schuljahres 2011/2012 aufrecht zu erhalten. Der öffentliche Badebetrieb wird jedoch mit 25.4.2011 eingestellt.

 

Hallenbad Mariazell

 

Dies ist eine schmerzliche Tatsache, die jedoch seit langem absehbar war und aus verschiedenen Gründen bis jetzt keine Konsequenzen nach sich gezogen hat. Allein für die Verlustabdeckung wurden seit 1995 rund € 2.000.000,- aufgewendet. Die Aufwendungen für die Instandhaltung und Reparaturen schlagen sich von 2000 bis 2009 mit rund € 219.000,- zu Buche. Die Fortführung steht im Widerspruch zu gesetzlichen Vorschriften, die Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit für die betriebliche Führung von Gemeindebetrieben fordern. Eine Sanierung des Bades ist leider nicht möglich. Bund, Land und Gemeinde können den dafür erfoderlichen Betrag von etwa 3,9 Millionen Euro nicht aufbringen. Wir bedauern diese Entwicklung sehr und sind uns der Tatsache bewusst, dass damit wieder eine wichtige Infrastruktureinrichtung weniger für unsere Bevölkerung und unsere Gäste zur Verfügung steht. Wir dürfen aber unseren Handlungsspielraum für die Zukunft nicht aufs Spiel setzen. Den treuen Benutzern unseres Hallenbades danken wir für die Inanspruchnahme, bitten um Verständnis für die gesetzten Maßnahmen und hoffen, dass es uns gelingt im Mariazeller Europeum den Wellnessbereich so zu sanieren, dass er der Bevölkerung wieder uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden kann. Bgm. Josef Kuss & Bgm.-Stv. Helmut Schweiger