Mariazeller Dialog

Dem Menschen ist aufgetragen, die Umwelt zu gestalten, sie so zu gestalten, dass sie dem Menschen optimaler Lebensraum sein kann. Diese Gestaltung hat aber Maß zu nehmen an den Regelabläufen der Natur in der Beachtung ihrer Belastbarkeitsgrenzen, an den Bedürfnissen der nachfolgenden Generationen, an der Möglichkeit des Fortbestehens von Leben überhaupt. Die Tatsache, dass der Mensch in der Tradition als „Krone der Schöpfung“ bezeichnet worden ist, darf nicht in eine Haltung der Ausbeutung der Schöpfung durch den Menschen führen, sondern setzt ihn vielmehr in die Verantwortung der Schöpfung und seinen Mitmenschen, den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, gegenüber. Soweit die Handlungswirkungen reichen, reicht auch die Verantwortung.

Diese Verantwortung wird in diesem Mariazeller Dialog auf verschiedenen Feldern konkretisiert, und in dieser Verantwortung sollen Handlungsmodelle entwickelt werden. Der Mariazeller Dialog 2010 steht ganz im Zeichen von Umweltforschung, -technik und Ethik und wird von der Arbeitsgruppe „Ethik in Forschung und Technik“ der JOANNEUM RESEARCH in Kooperation mit ECO WORLD STYRIA veranstaltet. International anerkannte Expertinnen und Experten, so DI Dr. Klaus Woltron, Minas GmbH, und Dr. Wilfried Bommert von der Umweltredaktion Westdeutscher Rundfunk werden mit ihren Beiträgen nicht nur die neuesten Forschungsergebnisse präsentieren, sondern auch die damit verbundenen ethischen Dimensionen beleuchten. Angesprochen werden Themen wie „Ethische Dimensionen der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien“ oder „Kann die Welt nur mit Hilfe der Naturund Ingenieurwissenschaften gerettet werden?“ aber auch der Frage „Energieeffizienz ohne Verzicht?“ wird nachgegangen.