Ausgerechnet Mariazell

Sie hätten sich auf der ganzen Welt niederlassen können. Jane und Walt Schwarz haben sich für Mariazell entschieden.

„Mariazell ist der weltbeste Platz zum Wohnen“, sagt Walter „Walt“ Schwarz und wärmt mit diesem Satz die Herzen der Mariazeller Tourismusverantwortlichen. Jane und Walt Schwarz sind gemeinsam rund 160 Jahre alt. Sie sind in ihrem Leben 30 Mal umgesiedelt. Sie wissen, wo es schön ist auf dieser Welt. „Wir sind echte Zigeuner“, sagen die Schwarz‘. Walt Schwarz war als Marketingdirektor bei Kodak zuständig für Innovation und Weiterentwicklung. Zuletzt waren 16 Länder in Europa in seinem Zuständigkeitsbereich. Bei seiner Pensionierung hat man der Familie Schwarz Alterswohnsitze in diesen 16 europäischen Ländern angeboten. Jane und Walt Schwarz haben sich für Mariazell entschieden. „Das Mariazeller Land hat alles, was man zum Leben braucht, zudem strahlt es sehr viel Ruhe und Beschaulichkeit aus“, sagt Walt Schwarz. Einzig an der Hochkultur hapert es in Mariazell. „Dafür haben wir unsere Wohnung in Wien“, sagt Jane Schwarz.

Vom Türlsteher zum Direktor
Als Walt noch Walter hieß, lebte der gebürtige Scheibbser als Student in Wien und verdiente sich sein Studium mit Nebenjobs. „Ich betreute ausländische Studenten und arbeitete als Türlsteher in einem Nobelrestaurant. Im Haus darüber wohnte damals eine junge amerikanische Studentin namens Jane“, erzählt Walt Schwarz. Jane absolvierte 1952 ein Auslandssemester in Wien. Als das Auslandssemester von Jane zu Ende ging, folgte ihr Walt Schwarz bald darauf nach Amerika, zuvor wurde noch in Österreich geheiratet. Aus einem geplanten Kurzurlaub von Walt Schwarz in Amerika wurden erst einmal 20 Jahre. „Ich habe Journalismus in Österreich studiert. Mit meinen nicht sehr berauschenden Englischkenntnissen war es nicht möglich, in Amerika den Job als Journalist auszuüben. So bin ich auf den Fotojournalismus gestoßen, und da war es bis zu Kodak nicht mehr weit“, erzählt Walt Schwarz.

Die Hütte auf dem Zellerrain
Bei einem Heimatbesuch fotografiert Walt Schwarz Hirsche für eine niederösterreichische Forstverwaltung. Als Gegenleistung bekam er einen Urlaub in einer Hütte auf dem Zellerrain an der Grenze zum Mariazeller Land. Es blieb nicht bei diesem einen Urlaub. „30 Jahre lang kamen wir mit unseren fünf Kindern zu dieser Hütte zurück, so gut hat es uns hier gefallen“, sagen Jane und Walt Schwarz. Hier begann auch die aufkeimende Liebe zum Mariazeller Land.

Jane als treibende Kraft
„Die treibende Kraft für das Sesshaft werden in Österreich nach 35 Jahren Vagabundenleben war meine Frau“, erzählt Walt, der mit dieser Entscheidung jedoch völlig zufrieden ist. „Amerika hat für mich so viele positive Elemente, dass ich es auch dort ausgehalten hätte“, sagt Walt Schwarz, der mit den positiven Elementen ganz sicher nicht die Bush-Regierung im Sinn hat. „Die Menschen in Amerika sind begeisterungsfähiger als die Europäer“, sagen beide. Vor 40 Jahren haben Jane und Walt Schwarz eine Umweltschutzkampagne am Perio-Lake im Staat Illinios angezettelt. „Wir konnten damals 70.000 junge Menschen überzeugen, an einer Flursäuberung teilzunehmen“, erzählt Walt Schwarz. Die Umwelt liegt der Familie Schwarz auch in Mariazell am Herzen. Beide engagieren sich im „Kleinregionalen Entwicklungskonzept“ für ein verstärktes Umweltbewusstsein. „Viele reden von Klima- und Umweltschutz, aber nur wenige machen mit“, sagt Jane Schwarz.

Siehe auch „Mut zum Mup“

 

Bericht „Obersteirer“