Mariazell und Umgebung in historischen Filmdokumenten

Video / DVD, ca. 96 Min.

Video-Großbildprojektionen im Hotel Feichtegger in Mariazell.
Am Sonntag den 6. Mai 2007 um 14:30, 17:00 und 19:30 Uhr.

Am 6. Mai wird in Mariazell im Hotel Feichtegger das Werk „Mariazell und Umgebung in historischen Filmdokumenten“ in Video-Großbildprojektionen präsentiert. Es handelt sich um eine Sammlung historischer Filme über die Stadt und die sie umgebende Region. Das Werk ist Teil der Edition „Österreich in historischen Filmdokumenten“ des Filmarchiv Austria in Wien, das sich als Institution um die Sammlung und Veröffentlichung von Österreichs filmischem Erbe bemüht. Die Filmdokumentensammlung über Mariazell ist auf Initiative und unter tatkräftiger Mithilfe des Stadtarchivs im Mariazeller Heimathaus entstanden.

Im Jubiläumsjahr 2007 feiert nicht nur die Stadt Mariazell ihr 850-jähriges Jubiläum und die Mariazellerbahn ihr 100-jähriges, sondern auch das Mariazeller Heimathaus sein 30-jähriges Bestehen. Gegründet von Immaculata Waid, Walter Arzberger sen., Josef Potzgruber und Theodor Fluch wurden im Lauf der Jahre nicht nur Tausende Fotos zusammen getragen, von denen eine Auswahl in den beiden 2002 und 2004 erschienenen und viel beachteten Bildbänden „Ranti Putanti, s´ Leben is hanti“ erschienen ist, sondern auch Filme über Mariazell gesammelt. Zusammen mit Filmen aus den Beständen des Filmarchiv Austria werden diese nun in voller Länge oder gekürzt in einer Auswahl durch Überspielung auf Video neu und allgemein zugänglich gemacht. Stummfilme, früher mit Musikbegleitung vorgeführt, wurden nachvertont. Und so ist es den ortsansässigen, Amateurfilmern wie Klaus Kuss, Mag. Paul Schedifka, Sepp Latscher, Otto Steinberg, Peter Neiss und dem Wiener Pionier des Österreichischen Tourismusfilms Karl Köfinger zu verdanken, dass Mariazell und seine Umgebung in bewegten Bildern, die bis in die Frühzeit des Films zurück reichen, bei der Großbildprojektion auf der Leinwand und danach über DVD- und VHS-Verkaufskassetten zu sehen sein werden.

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Die Sammlung historischer Filme enthält eine Reihe wirklicher Raritäten: eine Dokumentation über die Mariazeller Bahn und Mariazell aus dem Jahr 1910 zählt zu den ältesten Filmdokumenten mit Österreich-Bezug überhaupt. Mariazell ist da noch eine große Fußgängerzone.

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Aus den 1920er Jahren sind die Frühzeiten des Wintersports dokumentiert, man vergnügt sich beim Skilaufen, Rodeln und Eislaufen. Ende der 1920er Jahre steht Mariazell und die umliegende Region im Mittelpunkt gleich mehrerer Filme der von der Österreichischen Post in Auftrag gegebenen Serie „Mit dem Postkraftwagen durch Österreichs Alpenwelt“, die den Beginn der Tourismus-Werbefilme in Österreich darstellt und in denen die Postautofahrten wie Entdeckungsreisen in ein weithin unbekanntes Land inszeniert sind.

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Ebenfalls aus den späten 1920er Jahren stammt ein Film über die Flößerei auf der Salza. Die Bilder von der waghalsigen und überaus gefährlichen Arbeit der Flößer machen verständlich, warum es damals noch keine Nachfrage nach Abenteuersport gab: Vergleichbares war in manchen Brotberufen Alltag.

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In den 1930er Jahren ist Mariazell und die Bürgeralpe gleich in einer Reihe von Wintersportfilmen zu sehen, einen besonders amüsanten Eindruck machen die Skirennen.

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Die Zeit des Nationalsozialismus ist außerhalb der großen Städte im Österreichischen Film kaum präsent, in Mariazell aber durch die Sammlung der Filme von Mag. Paul Schedifka bestens dokumentiert. Die Militarisierung der Gesellschaft im Nationalsozialismus, die alles und jedes mit einbezog, hatte auch vor Mariazell nicht Halt gemacht. 1945 war mit dem Einmarsch der Engländer in Mariazell der nationalsozialistische Spuk zu Ende und schon im gleichen Jahr feierte man mit der politischen Prominenz des unmittelbaren Nachkriegsösterreich die Stadterhebung. In den 1950er Jahren wird in Mariazell beim Musikvereinsfest wieder getanzt und im Jubiläumsjahr 1957 an vielen Orten gebaut. Wochenschauen und Filme über besondere Ereignisse wie die Silberne Hochzeit Otto von Habsburgs führen das Mariazell der 1960er und 70er Jahre vor Augen.

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In den letzten 20 Minuten der Filmdokumentensammlung sind jeweils mehrere Filme zu Blöcken über die Themen Kirche und Wallfahrt, Fasching, Narzissenfest und Mariazellerbahn zusammengefasst.

Nach der Präsentation wird das Werk als DVD um 24,90 Euro und als VHS-Kassette um 19,90 Euro bei der Stadt Mariazell, im Buchhandel sowie auf der Homepage unter www.mariazell.at/schaetze erhältlich sein. Die Produktion wurde von der Stadt Mariazell und von Cine Styria finanziell unterstützt.

Nähere Informationen unter www.mariazell.at/schaetze

 

Bericht „Heimathaus Mariazell“