Steirische Bauernbundwallfahrt 2026
Mit ihrer jährlichen Wallfahrt am ersten Sonntag im September versammelte sich am 6. September 2026 auch heuer wieder die Steirische Bauernbundfamilie in Mariazell – heuer unter dem Motto: „Gemeinsam unterwegs – Im Glauben verbunden“.

Seit Jahrhunderten ist die Gnadenstatue der Heiligen Maria in der Basilika das Ziel der Wallfahrer. Sie wollen dort innehalten, Gemeinschaft erleben und Kraft für die Herausforderungen des Alltags sowie Zuversicht für die Zukunft schöpfen, um gestärkt auf neue Herausforderungen und Aufgaben zugehen zu können.
Bereits um 07:45 Uhr gab es ein Steirisches Frühstück im Kanonenpark in Gußwerk, organisiert vom Bauernbund Bezirk Südoststeiermark. Danach ging es um 09:00 Uhr zu Fuß nach Mariazell, um im gemeinsamen Gehen, Beten, Singen und Feiern für Gottes Segen und Gnade zu bitten und zu danken.
Um 11:00 Uhr wurden die Fußwallfahrerinnen und Fußwallfahrer von Weihbischof Mag. Johannes Freitag MBA und Pater Superior Dr. Michael Staberl in Mariazell empfangen, im Anschluss fand der feierliche Einzug in die Basilika statt, wo nach einer kurzen Andacht beim Gnadenaltar Pater Superior Dr. Michael Staberl die Festmesse eröffnete.

Da Mariazell am 8. September sein Patrozinium feiert, ist die Gnadenmutter Maria derzeit unverkleidet. Sie zeigt mit ihrem Finger auf das Kind Jesu und will damit uns sagen, folgt Jesus Christus nach. Die Festmesse wurde vom Weihbischof Mag. Johannes Freitag MBA zelebriert, der Mariazeller Organist Florian Kaier und der Bauernbundchor Voitsberg sorgten für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung und als Kreuzträger beim Einzug fungierte Hans Peter Absenger.
Die Bewahrung der Schöpfung ist nach den Worten von Weihbischof Johannes Freitag ein „geistlicher Auftrag“ und keine bloße politische Forderung. Gerade die Landwirtschaft erfahre unmittelbar, dass der Mensch nicht alles in der Hand habe und die aktuelle Trockenheit zeige die Verletzlichkeit der Natur und die enge Verbindung von Mensch, Schöpfung und Zukunft, sagte Freitag. „Kaum ein Beruf bringt uns der Wirklichkeit so nahe wie die Landwirtschaft“, sagte er, „Bauern könnten säen, pflegen, arbeiten und planen, aber wachsen lassen können wir nicht“. Dafür brauche es Sonne und Regen sowie das Zusammenspiel vieler Kräfte, die der Mensch nicht beherrschen könne.

Freitag bezeichnete die bäuerliche Lebensweise als einen besonderen geistlichen Schatz: Sie erinnere daran, dass der Mensch nicht Herr der Schöpfung, sondern ihr „verantwortlicher Verwalter“ sei. „Wir leben nicht aus uns selbst, wir leben von dem, was uns geschenkt wird“, sagte er. Gerade angesichts der Trockenheit werde deutlich, wie verletzlich die Welt sei. Die Bewahrung der Schöpfung dürfe daher nicht auf ein politisches Schlagwort reduziert werden. Zugleich würdigte der Weihbischof die Leistungen bäuerlicher Familien. Sie sorgten für Lebensmittel, pflegten Kulturlandschaften, stärkten Gemeinschaften im ländlichen Raum und übernähmen Verantwortung oft über Generationen hinweg.
Die Wallfahrt nach Mariazell sei mehr als eine Tradition, betonte Freitag. Die Teilnehmer brächten ihre Sorgen um Familien, Höfe und Dörfer ebenso mit wie Fragen nach der Zukunft der Landwirtschaft, dem Klimawandel und dem ländlichen Raum. Die Jungfrau Maria, der die Basilika in Mariazell geweiht ist, könne dabei ein Vorbild des Vertrauens sein. Auch sie habe nicht alles verstanden, ihr Leben aber in Gottes Hände gelegt und ihren Weg Schritt für Schritt zurückgelegt.

Die christliche Hoffnung hänge nicht allein vom Wetter, von Marktpreisen oder Prognosen ab, sagte Freitag: „Unsere Hoffnung hat einen Namen: Jesus Christus.“ Wie die Erde auf Regen warte, brauche auch das menschliche Herz Gottes Nähe. Wo Vertrauen wachse, Menschen zusammenstünden und füreinander gebetet werde, könne neues Leben entstehen.
Frau LR OR Simone Schmiedtbauer hielt die Dankesrede, Bauernbund-Direktor DI Bernd Brodtrager bedankte sich bei den Mitwirkenden und Initiatoren und überreichte vor dem Schlusssegen noch Blumengrüße. Unter den Gästen war auch der erste Vizebürgermeister von Mariazell Walter Schweighofer.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand am Vorplatz der Basilika eine Agape statt, die – so wie schon das Frühstück in Gußwerk – vom Bauernbund des Bezirks Südoststeiermark ausgerichtet wurde.
Nachfolgend eine Bildergalerie und ein Video von der Steirischen Bauernbundwallfahrt 2026 in Mariazell:

Herzlichen Dank an Ing. Franz-Peter Stadler 1010 Wien, Salzatal & Schladming für Fotos und Videos.













