Asyl und Familiensynode im Fokus der Vollversammlung

Sorgen und Ängste der Bevölkerung wegen Asylwerberanstieg "sind ernst zu nehmen" – Hoffnung auf "viele gute Früchte" bei Familiensynode – Neuer Internet-Auftritt der Bischofskonferenz

Bei der Sommervollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz, die am Mittwoch in Mariazell zu Ende gegangen ist, standen die Themen Asyl und Familiensynode im Fokus der Beratungen. So appellierten die Bischöfe an die Politik, mehr Mitmenschlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen zu zeigen: "Was wir brauchen, sind Brücken und nicht nur Zäune". Zwar seien die Sorgen und Ängste der Bevölkerung wegen des Anstiegs an Asylsuchenden "ernst zu nehmen" es brauche Information, Gespräch und Sachlichkeit, "um eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern". Zugleich halten die Bischöfe fest: "Das Menschenrecht auf Asyl ist ein hohes Gut und eine völkerrechtliche Verpflichtung. Österreich darf dabei keine Abstriche zulassen."

Sommervollversammlung 2015 / Foto: Paul Wuthe (Kathpress)

Flüchtlinge aus Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Ostens, die von Krieg, Gewalt und Verfolgung heimgesucht werden, riskierten ihr Leben, um unmenschlichen Verhältnissen zu entkommen. "Es ist ein Unrecht tatenlos mitanzusehen, wenn Frauen, Männer und ihre Kinder auf der Flucht im Mittelmeer vor den Toren Europas sterben", betonen die Bischöfe. Das Schicksal der Ertrunkenen und der in Europa Angekommenen sei "zur Bewährungsprobe für ganz Europa" geworden.

Die Bischöfe fordern zur Ergänzung zu den zuallererst zuständigen staatlichen Institutionen und Gebietskörperschaften eine "breite Allianz aller gesellschaftlichen Kräfte, die sich für eine Willkommenskultur mit verzweifelten und Not leidenden Menschen einsetzen und konkret helfen wollen". Die Kirche habe in den letzten Monaten durch die Caritas hier bereits Verantwortung übernommen und gemeinsam mit Pfarren und Klöstern mehr als 1.000 neue Plätze für Schutz suchende Menschen geschaffen. Die Bischöfe kündigen weiters für jede Diözese Ansprechpersonen an, die sie für die Suche nach weiteren Quartieren bestellen wollen.

Sommervollversammlung 2015 / Foto: Paul Wuthe (Kathpress)

Familiensynode: Bischöfe hoffen auf "viele gute Früchte"

Im Blick auf die Familiensynode im Oktober im Vatikan unterstrichen die Bischöfe in einer weiteren Erklärung ihre Hoffnung auf "viele gute Früchte". Österreich wird bei der Synode durch den Feldkircher Bischof Benno Elbs und – voraussichtlich – durch Kardinal Christoph Schönborn als Mitglied des Synodenrates vertreten sein. Die Erwartungen an die Synode seien "sehr hoch" und man wolle zu ihrem Gelingen "in Freimut und Demut" beitragen, so die Bischöfe. Schon jetzt zeige sich, dass Papst Franziskus mit der Wahl des Themas und seinem "offenen sowie beteiligenden Stil" die Kirche "bewegt und inspiriert" habe.

Dass der Papst das Thema Familie in den Mittelpunkt rücke, komme nicht von ungefähr: Vielmehr stelle die Familie den "ersten Ort des Lebens, der Kultur und auch des Glaubens" dar. Sie sei daher "nach Kräften zu fördern und zu stützen", mahnten die Bischöfe und riefen zugleich "Gläubige und alle Menschen guten Willens" dazu auf, sich für ein "familienfreundliches Zusammenleben" einzusetzen. Schließlich sei Familie das "generationenübergreifende Überlebensnetzwerk" der Menschheit schlechthin.

Sommervollversammlung 2015 / Foto: Paul Wuthe (Kathpress)

Neuer Internet-Auftritt

Mit der Vollversammlung in Mariazell ging außerdem der überarbeitete Internet-Auftritt der Bischofskonferenz online. Neben Informationen zu den Mitgliedern der Bischofskonferenz, zu ihren Aufgaben und Einrichtungen, sowie neben aktuellen Meldungen auf der Startseite bietet www.bischofskonferenz.at nun auch eine Übersicht zu den wichtigsten rechtlichen Dokumenten sowie zu Positionen der Bischofskonferenz zu aktuellen Themen.

 

Bericht: www.kathpress.at

Fotos: Paul Wuthe (Kathpress)

 

 

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