Kräutersegnung

Wie wir bereits im Vorfeld berichtet haben, luden die Initiatoren des Brauchtums-Stammtisches im Mariazeller Land erstmals zu einer Brauchtumsveranstaltung, der Kräutersegnung zu Mariä Himmelfahrt, ein. Und dieser Einladung sind auch viele Interessierte gefolgt.

Bei einer Wanderung in die Walster unter der fachkundigen Begleitung von Hans Reiter erfuhren die Besucherinnen und Besucher bereits beim Kräutersammeln am 13. August 2014 allerlei Interessantes und Wissenswertes über heimische Heilkräuter und Wiesenblumen. Die Vielfalt der Natur direkt vor unserer Haustüre wurde den staunenden „Kräuterwanderern“ auf diese Art erklärt und näher gebracht, und viele verschiedene Heilpflanzen wurden für das Binden des „Kräuterbüscherls“ und für die Segnung in der Kirche gesammelt.

Brauchtums-Stammtisch: Kräutersegnung

Am nächsten Tag traf sich die Gruppe erneut, diesmal beim Gasthof Franzbauer im Salzatal in Gußwerk, wo bereits Johanna Erber mit weiteren Heilkräutern aus ihrem Garten auf die Teilnehmer wartete. Zunächst bekamen alle eine kurze Einführung über diesen beinahe in Vergessenheit geratenen Brauch. Die Teilnehmerinnen erfuhren, dass die Kräuterweihe zu den volkstümlichen Bräuchen der römisch-katholischen Kirche gehört, schon eine lange Tradition hat und bis aufs 9. Jahrhundert zurückgeht.

Die geweihten Kräuter sollen gegen alle möglichen Krankheiten helfen und Not und Unheil von dem Haus, in dem ein Kräuterbüscherl aufgehängt wird, abhalten. Aber auch zum Räuchern oder zur Zubereitung von wohltuenden Tees können die Kräuter verwendet werden.

Der Brauch sieht vor, dass eine bestimmte Anzahl von Kräutern zu einem kleinen Buschen gebunden wird, dieser dann in der Kirche geweiht und schließlich mit nach unten hängenden Blüten im Herrgottswinkel des Hauses zum Trocknen aufgehängt wird.

Jede Region hat hierfür ihre eigene Tradition. So schlug Frau Erber vor, man könne auch ein eigenes Mariazeller Land Kräuterbüscherl kreieren, mit der Klette als zentraler Pflanze um welche noch weitere 10 andere Heilkräuter – also insgesamt 11 Heilpflanzen – angeordnet würden.

Bevor sich alle eifrig ans Kräuterbinden machten, wurde gemeinsam ein „Vater Unser“ und ein „Ave Maria“ gebetet. Danach wurden Heilkräuter wie Salbei, Schafgarbe, Königskerze, Beifuß, Weihrauch, Ringelblume, Lavendel, Goldrute und viele, viele mehr mit Naturfasern wie Schafwolle oder Hanf zu kleinen Büscherln gebunden und für die Segnung am 15. August 2014 in der Pfarrkirche Gußwerk vorbereitet.

 

Bericht und Fotos:

Mariazell Online

 

 

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