Mariazellerbahn nach Sanierung fit für die Zukunft

Pendlerinnen und Pendler ersparen sich künftig bis zu sieben Minuten – erste positive Bilanz zu den umfangreichen Arbeiten an der Mariazellerbahn.

Die Strecke der Mariazellerbahn ist frisch saniert und bringt im neuen Fahrplan wesentliche Verbesserungen für die Fahrgäste. „In den vergangenen sieben Wochen wurde intensiv an der Verbesserung der Infrastruktur der Mariazellerbahn gearbeitet. Sicherheit, Reisezeit und Komfort für die Fahrgäste standen hierbei im Vordergrund. Ab sofort können Pendlerinnen und Pendler von der frisch sanierten Talstrecke profitieren“, erklärt Verkehrslandesrat Karl Wilfing.

„Für die in den vergangenen sieben Wochen auf der gesamten Strecke durchgeführten Sanierungen fielen insgesamt 7,2 Mio. Euro an. Bis Ende dieses Jahres werden weitere 900.000 Euro folgen. Insgesamt wird bis Ende 2014 eine Summe von 117 Mio. Euro in die Modernisierung der Mariazellerbahn geflossen sein“, stellt der Verkehrslandesrat das Investitionsprogramm vor.

Mariazellerbahn: Dampflok auch in Zukunft unterwegs

v.l. Bürgermeister Rainer Handlfinger, NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl, Verkehrslandesrat Karl Wilfing, LAbg. Martin Michalitsch und Josef Schoisengeyer, Obmann des Clubs für Behinderte und Nichtbehinderte St. Pölten beim Lokalaugenschein am Bahnhof in Ober-Grafendorf.
© NÖVOG/Luger

In der Zeit zwischen 22. April und 6. Juni 2014 wurden an insgesamt fast 30 Baustellen entlang der Strecke Sanierungsprojekte umgesetzt. Zum einen wurden Maßnahmen am Fahrweg gesetzt. So wurden 20.000 m Schiene neu verlegt, auf 5 km der Strecke eine völlige Gleisneulage durchgeführt und zwei Brücken völlig neu aufgebaut. Zum anderen hat die Energieversorgung 102 Jahre nach der Elektrifizierung der Strecke eine fast vollständige Erneuerung erfahren. Dazu Wilfing: „Diese Schritte sind essentiell für die Beschleunigung unserer Mariazellerbahn. In Zukunft ersparen sich Pendler von Laubenbachmühle bis St. Pölten rund sieben Minuten Fahrtzeit – das sind ganze acht Prozent.“

Bahnhof Ober-Grafendorf
„Der Bahnhof Ober-Grafendorf ist ein Vorzeige-Projekt der Mariazellerbahn. In enger Abstimmung wurden hier zwei Bahnsteige errichtet und die Energieversorgung völlig erneuert. Es ist ein großzügiger Kreuzungsbahnhof mit allem Komfort für die Fahrgäste entstanden“, erläutert Wilfing. Der Bahnhof in Ober-Grafendorf zeichnet sich vor allem durch seine Barrierefreiheit aus. Er erfüllt alle Erfordernisse für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. „Eine wichtige Maßnahme – hat dieser Bahnhof doch auch die höchste Pendlerfrequenz aller Bahnhöfe und Bahnstationen an der Mariazellerbahn“, so Wilfing weiter.

Josef Schoisengeyer, Obmann des Clubs für Behinderte und Nichtbehinderte St. Pölten ist – ebenso wie der Ober-Grafendorfer Bürgermeister Rainer Handlfinger – von dem neuen Bahnsteig begeistert: „Die neuen Garnituren der Himmelstreppe ‚taugen‘ uns total. Man sieht, dass auf dem Gebiet was weitergeht. Menschen mit eingeschränkter Mobilität können jetzt mit den Zügen der Himmelstreppe nach Mariazell reisen“, meinte Schoisengeyer beim Lokalaugenschein am Bahnhof Ober-Grafendorf.

„Dass die Mariazellerbahn jetzt nach über 100 Jahren barrierefrei ist, ist ein großer Meilenstein – und dafür ein großes Dankeschön!“, schloss sich Rainer Handlfinger an. „Auch für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sind wir gerüstet. Dank Blindenleitsystem entlang der Bahnsteige und farblichen Markierungen ist die Mariazellerbahn nun auch für Fahrgäste mit Einschränkungen ein Genuss“, ergänzt NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl.

„Auch die Haltestelle Wienerbruck, wo derzeit die Arbeiten noch laufen, wird in einer ähnlichen Qualität zum modernen Kreuzungsbahnhof umgebaut. Da geht es vor allem auch darum, alles für die Niederösterreichische Landesausstellung 2015 vorzubereiten“, so Stindl abschließend. Die Arbeiten in Wienerbruck werden bis August 2014 abgeschlossen sein.

 

Die Arbeiten der vergangenen sieben Wochen im Überblick:
Maßnahmen am Fahrweg:

  • Sanierung der Brücken: Bodingbrücke (Tausch), Steinklammbrücke
  • Umbau der Bahnhöfe in Klangen und Ober-Grafendorf
  • Erhöhung der zulässigen Geschwindigkeit zwischen Kirchberg – Mainburg, Hofstetten – Kammerhof, Klangen – Ober-Grafendorf, Ober-Grafendorf – Schwadorf, Schwadorf – Alpenbahnhof
  • Bahnhof Wienerbruck wurde zum Kreuzungsbahnhof ausgebaut
  • Bahnhofbeleuchtung in den Bahnhöfen Gösing und Puchenstuben
  • Einbau von Rückfallweichen auf den Bahnhöfen Puchenstuben und Schwarzenbach
  • Lückenlos verschweißte Gleise im Bahnhof Frankenfels-Laubenbachmühle
  • Bau einer Gleisneulage zwischen Schwarzenbach und Loich
  • Erneuerung der Weichen in Bahnhof Loich
  • Gleisaustausch und Bettungsreinigung zwischen Kirchberg und Schwerbach
  • Maßnahmen zur Tunnelsicherheit im Eisbergtunnel

 

Maßnahmen an der Energieversorgung und in der Signaltechnik:

  • Sanierung der Oberleitungen in Ober-Grafendorf, Klangen und Wienerbruck
  • Tausch der Oberleitung und Neuverlegung der Hochspannungskabel im Gösingtunnel
  • Integration der Unterwerke Gösing und Rabenstein in das neue Umformerwerk in Klangen
  • Errichtung von 10 Lichtzeichenanlagen
  • Errichtung von 3 Schrankenanlagen

 

Bericht und Fotos:

NÖVOG / Foto: Luger

 

 

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