Neue Fahrzeuge für die Mariazellerbahn

Das Land Niederösterreich sorgt für einen Modernisierungsschub und kauft neues Wagenmaterial für die traditionsreiche Schmalspurbahn.

„Die Mariazellerbahn ist ein Juwel, deren Entwicklung dem Land Niederösterreich ein großes Anliegen ist“, betont Verkehrslandesrat Mag. Johann Heuras dem Stellenwert der Mariazellerbahn. Eine neue Fahrzeuggeneration bietet ab 2013 mehr Komfort für Pendler, Schüler und den touristischen Verkehr. Es werden neun dreiteilige, elektrisch angetriebene Triebwagen bestellt, die die teilweise bereits über 100 Jahre alten Züge vollkommen ersetzen werden. Damit sind maßgebliche Qualitätssteigerungen auf der Gesamtstrecke von St. Pölten bis Mariazell sowohl für den Pendler- und Schülerverkehr als auch für den Tourismus verbunden. In Zukunft werden die Fahrgäste die Fahrt in bequemen, modernen und voll klimatisierten Zügen genießen können.

 

Mariazellerbahn

 

Die Fahrzeuge, die je Garnitur über 100 Reisenden Platz bieten, erreichen eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometer und bieten bequeme Bestuhlung sowie ein zeitgemäßes Fahrgastinformationssystem. Auch die Fahrradmitnahme wird möglich sein. Als Highlight wird es auch eigene Premiumwaggons geben, wo die Fahrgäste ein modernes und komfortables Interieur vorfinden werden. Zusätzlich tragen die Panoramafenster sowie das Bordcatering zu einem unvergesslichen Erlebnis auf der Fahrt durch das Dirndltal und Ötscherland bei. Der erste von den insgesamt neun bestellten Triebzügen wird bis Dezember 2012 geliefert werden und so rasch wie möglich seinen Betrieb auf der Schmalspurbahnstrecke aufnehmen. Die weiteren acht Garnituren werden im Laufe des Jahres 2013 geliefert. Der 2007 von der NÖVOG ins Leben gerufene sympathische Familienausflugszug „Ötscherbär“ bleibt selbstverständlich als touristisches Nostalgieangebot auf der Mariazellerbahn bestehen.

Mehr Qualität auf der Mariazellerbahn
Das Land Niederösterreich übernahm am 12. 12. 2010 die Mariazellerbahn. Die NÖVOG wird ab diesem Zeitpunkt den Eisenbahnverkehr auf der Gesamtstrecke betreiben. Die Betriebsstandorte werden im Pielachtal angesiedelt. Die Werkstätte wird in Frankenfels/Laubenbachmühle aufgebaut und der Infrastrukturstandort wird in Kirchberg/Pielach sein. Damit wird eine Wertschöpfung in der Region geschaffen. Der Standort Laubenbachmühle wird der Ausgangspunkt für alle Pendlerzüge und damit ideal für Fahrzeugabstellung, Reinigung und Wartung sein. Die Fahrzeugdisposition wird sinnvollerweise am Bruchpunkt zwischen Tal und Bergstrecke angesiedelt. Weiters kann dieser Standort in die bestehenden Gleis- und Sicherungsanlagen integriert werden, da diese unmittelbar neben dem Bahnhof liegen, was erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringt.

Der bestehende Standort des Bauhofes Kirchberg der ÖBB mit Gebäuden, technischen Einrichtungen, Lagerflächen etc. soll für den Infrastrukturstandort weiter genutzt werden. Auch der bestehende EVN Standort für Fahrleitungserhaltung mit Materiallager, Motorturmwagenschuppen (Neubau) und eigenem Fahrleitungsmeistereigebäude wird weiter genutzt. Die Lage des Standorts gewährleistet kurze Reaktionszeiten für die Entstörung der im Pendlerverkehr dicht befahrenen Talstrecke von St. Pölten bis Laubenbachmühle. Bis zu 20 Mitarbeiter werden künftig am Infrastrukturstandort Kirchberg/P. beschäftigt werden und im Werkstättenbereich in der Gemeinde Frankenfels/Laubenbachmühle werden bis zu 25 Personen einen Arbeitsplatz finden.

 

 

Foto:
Archiv Mariazell Online
Bericht:
Gemeindezeitung „Unser Mariazell“