Hallenbad-Schließung in Mariazell vorerst vom Tisch

Die Schließung des Mariazeller Hallenbades – ein Thema, welches auch durch die Medien gegangen ist die Bevölkerung des Mariazeller Landes in den letzten Wochen massiv beschäftigt und für einigen Aufruhr gesorgt hat (auch wir berichteten).

1544 Personen – das ist das stolze Ergebnis der Aktion „Freunde des Hallenbades Mariazell“ – haben mit ihrer Unterschrift bekundet, am Fortbestand des Hallenbades in Mariazell interessiert zu sein.

Hallenbad Mariazell

Bei der Vollversammlung des Tourismusverbandes Mariazeller Land am 9. März 2011 wurde die Unterschriftenliste an den Mariazeller Bürgermeister übergeben und dieser so zum Handeln aufgefordert. Diese Liste blieb nicht unbeachtet – und so präsentierte der Mariazeller Bürgermeister Josef Kuss bei einer Bürgerversammlung am 18. März, also bereits rund eine Woche später, einen möglichen Lösungsansatz für den Fortbestand einer Schwimmgelegenheit in Mariazell. Mittels einer Bürgerbeteiligung – ein Modell, welches in anderen Orten bereits erfolgreich umgesetzt wurde – wäre die Abwicklung und Finanzierung eines solchen Projektes durchaus möglich.

Basierend auf dem Angebot einer Firma, die ein neues Hallenbad errichten und der Gemeinde langfristig verpachten würde, wurden diese Pachtkosten fiktiv auf diese 1544 Personen aufgeteilt. Das Ergebnis – würde jeder „Freund des Hallenbades“, der seine Unterschrift auf diese Liste gesetzt hat, einen monatlichen Beitrag von etwas mehr als 13 Euro (umgerechnet wären dies 4 Krügel Bier pro Monat, so Kuss) beisteuern, so könnte damit ein neues Hallenbad finanziert werden. In Form eines Vereines mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von somit rund 162 Euro könnte das Problem gelöst werden, ohne dass das Gemeindebudget belastet werden würde. Weil Kuss sich aber nicht mit „man könnte“ und „man müsste“ zufrieden gibt, wurden mittlerweile auch bereits provisorische „Unterstützungserklärungen“ angefertigt, mit denen nun die Machbarkeit einer solchen Lösung ausgelotet werden soll.

Laden sie HIER diese Unterstützungserklärung herunter und senden diese anschließend an das Stadtamt Mariazell (e-Mail: office@mariazell.gv.at, Fax: +43 3882 2244-4), schreiben sie aber auch gerne weitere Anregungen und Ideen dazu. Josef Kuss, der nun erst rund ein Jahr sein Amt als Bürgermeister der Stadt Mariazell ausübt, zeigt mit dieser Lösung einmal mehr, dass er die Anliegen der Bevölkerung nicht nur wirklich ernst nimmt sondern gemeinsam mit seinem Team auch entsprechende Lösungen für die Probleme ausarbeitet und anbietet.

Gerade in wirtschaftlich eher schwierigen Zeiten gibt es genug Redner, die sich mit „man müsste“, „man sollte“ und „man könnte“ zwar augenscheinlich auch ihre Gedanken machen, bei den verschiedensten Gelegenheiten lange Reden schwingen, diese Ideen dann aber leider nicht wirklich umsetzen und nicht aktiv tätig werden. Besonders erfreulich ist allerdings die Tatsache, dass es dem Bürgermeister gelungen ist, in Verhandlungen mit dem Betreiber des Hallenbades nun einen Weiterbetrieb des Badebetriebs nicht nur für die Schulschwimmwochen sondern auch für den „normalen“ Badegast bis Ende Juni 2012 zu gewährleisten.

In reduzierter Form – bezogen auf die Öffnungzeiten – wird das Hallenbad also nun doch noch ein Jahr lang weiterbetrieben – dies ermöglicht einen Spielraum für weitere Verhandlungen und die Findung, Ausarbeitung und Umsetzung weiterer Ideen für den Badebetrieb in Mariazell. Die Schließung mit Ende April ist somit nun vorerst vom Tisch, die Gemüter können sich wieder beruhigen und statt Jammern ist nun Denken, Kreativität und Zukunftsdenken angesagt.

Bericht und Foto:
Mariazell Online