Wallfahren

Menschen auf dem Weg
Ausstellung im Diözesanmuseum Graz

Die roten, wollenen Socken sind aufgeweicht und kleben an den offenen Blasen. Man sagt „Wallfahren ist Beten mit den Füßen“ – und das zu recht.

Wallfahren. Menschen auf dem Weg
Wallfahren liegt im Trend. Millionen von Menschen unterschiedlichster Konfessionen machen sich jährlich auf den Weg zu einem Wallfahrtsziel. Die große Wallfahrtsausstellung des Diözesanmuseums Graz zeigt neben den verschiedensten Motivationen der Wallfahrer auch die Geschichte und Wurzeln des Wallfahrens, Wallfahrtsorte der Steiermark, deren Besonderheiten und die Begleiterscheinungen des Wallfahrens.

Wallfahren, als die älteste Form des „Tourismus“, ist so alt, wie es religiöse Betätigung gibt. Es ist eine spezielle Art der Frömmigkeit und nicht auf eine Religion beschränkt. Was im Islam der Hadsch, im Buddhismus die Prozession um den Kailach, ist seit dem 4. Jahrhundert im Christentum das Wallfahren. Die Ziele waren anfangs Wirkungsstätten Jesu. Bald besuchte man auch Gräber von Märtyrern und Heiligen, deren Körpern übernatürliche Kräfte zugeschrieben wurden. Erst später pilgerte man auch zu Gnadenbildern.

Maria Hilf, Maria Grün, Maria Zell – in der Steiermark fand die Marienwallfahrt großen Anklang. So gibt es heute fast ausschließlich Wallfahrtsstätten mit Mariengnadenbildern.

Magna Mater Austriae
Die Gnadenstatue von Mariazell zieht jährlich tausende Pilger an. Auch bei der Ausstellung „Wallfahren. Menschen auf dem Weg“ wird eine Kopie der Mariazeller Gnadenstatue mit originalem Prunkgewand zu sehen sein. Um sie gruppiert sich das, was rund um Wallfahrt geschieht: Buße und Wunder, Danksagungen, Bitte und Hoffnung.

Wallfahren

„Vielen Dank der lieben Gottesmutter“
1934 wird das Kind Maria Hollys in Wien angeschossen. Wie durch ein Wunder verfehlt die Kugel knapp dessen Herz. Das Hemd mit Einschusslöchern, sowie der Dankesbrief der Mutter zeigt neben anderen Votivbildern, was Menschen an den Wallfahrtsort mitbrachten und mitbringen.

Bildhaft wurden Bitten und Erklärungen zum Ausdruck gebracht und auf die Gnadenaltäre gestellt: von Wachsaugen, für Heilung eines Augenleidens, bis hin zu Kühen aus Eisen.

Rollerskates und Pilgerrekorde
Heute bewegen viele verschiedene Motive Menschen dazu, sich auf den Weg zu machen. Neben religiösen und spirituellen Gründen sind es auch sportliche und gesellschaftliche Ambitionen.

Vom Pferd, über das Motorrad bis hin zu Rollerskates — kaum eine Form der Wallfahrt wird nicht angeboten und ausgeübt. Auch Pilgerrekorde sind zu verzeichnen. So machte sich Prof. Gottfried Heinzel aus Graz bereits mehr als 200 Mal auf den Weg nach Mariazell . Er wird in der Ausstellung über seine Erlebnisse und Erfahrungen berichten.

Menschen auf dem Weg
Der Weg muss den Menschen von sich selbst wegführen, damit er sich selbst finden kann. Wallfahrer lösen sich vom Alltag, richten Körper, Geist und Seele auf ein Ziel und machen alle die Erfahrung: Der Weg ist nicht das Ziel, sondern nur ein Stück davon.

Wallfahren. Menschen auf dem Weg
Ausstelllung im Diözesanmuseum Graz
9. Mai bis 15. Oktober 2007
Täglich außer Montag von 10 bis 17 Uhr

Führungen jederzeit gegen Voranmeldung
Spezielle Programme und Führungen für Kinder und Jugendliche

Kontakt:
Diözesanmuseum Graz
Mariahilferplatz 3
8020 Graz
Telefon: 0316 713994
E-mail: dioezesanmuseum@graz-seckau.at
www.dioezesanmuseum.at

 

Bericht „www.dioezesanmuseum.at“