Was Christen zu Ostern feiern
Die letzten Tage Jesu Christi – sein Leidensweg – seine Verurteilung zum Tod – seine Auferstehung – Das Osterfeuer – Ostern
Warum gibt es zu Ostern Ostereier? Und was macht der Osterhase?
Jesus ist wahrhaft von den Toten auferstanden – die Glaubensbasis des Christentums.
In den christlichen Religionen gilt Ostern als höchstes Fest. Obwohl viele Familien heutzutage den Fokus eher auf die Ostergeschenke und das Festessen legen, wird mit dieser Feierlichkeit in der Nacht des Karsamstags oder am Morgen des Ostersonntags die Auferstehung Jesu Christi gefeiert.
Am Karsamstag endet für viele Christen die vierzigtägige Fastenzeit. In der Nacht auf Sonntag werden traditionell die Osterfeuer entzündet. Hiermit wird die Auferstehung Jesu als Licht der Welt symbolisiert.
Mit Ostern verbinden viele Kinder heutzutage vor allem Ostereier, den Osterhasen, Suchaktionen durch den heimischen Garten, einen Osterspaziergang, Geschenke und das Zusammentreffen der Familie. Aber Ostern beinhaltet weitaus mehr.

Auf den letzten Tagen von Jesus Christi basiert das Christentum. Was damals geschah:
Ostern ist das höchste Fest des christlichen Glaubens, denn es ist die Gründungsidee. Zwischen Palm- und Ostersonntag gedenken wir an das selbst bewusst gewählte Leid Christi zur Rettung der Menschheit. Erst durch Tod und Auferstehung wurden aus seinem Leben die Erlösung der Menschheit und dadurch eine Religion. Die Geschehnisse der Karwoche erzählen sein Verhalten voll Demut und Macht, bis zur Ohnmacht und Tode am Kreuz.
Zuerst das Massenspektakel in Jerusalem zum Pessachfest:
Die faszinierte Masse der Juden und einiger Touristen standen gleich zum Pessachfest (Paschafest) im Vordergrund auf der Hauptstraße Jerusalems. Was sahen diese? Jesus zog auf einer Eselin aus dem Gestüt Davids welches ein edles Tier war, aber mit dem Symbolcharakter des Lastenträgers nach Jerusalem und wurde wie ein König gefeiert. Ihm zu Ehren zogen diese Ihre Oberkleider, Umhänge aus, breiteten diese wie einen Teppich aus, streuten Palmenzweige und Blumen, damit Jesus würdevoll in die Tempelstadt, dem Heiligtum der Juden, einziehen kann, wie ein König. Die Menschen gedachten traditionell beim Pessachfest der Befreiung der Juden aus der ägyptischen Sklaverei und erhofften den neuen Messias, den König der Juden, an diesem Tag. Sie lebten zu dieser Zeit wieder unter der fremden Herrschaft der Römer und waren nicht freie Bürger. Christus passte nach einigen vollbrachten Wundern ins Bild ihrer Hoffnungen und Wunschvorstellungen. Jesus erlebt einen pompösen Einzug, aber nicht auf dem Pferd oder auf dem Streitwagen, so wie die Römer in eine Stadt einzogen. Jesus stellt sich mit der Ankunft nicht nur dem Konflikt mit seinen Kritikern, denn er wird ja von den Eliten (Pharisäern, Tempelvorstehern, …) bereits wegen seiner klaren, aber harten Worte der Auslegung der Heiligen Schrift (Tora, altes Testament) bereits angefeindet. Es ist offensichtlich und klar wofür er steht: Ja, ich bin der Heilsbringer, aber in Demut. In den folgenden Tagen wird er demnach nicht wie erwartet eine Lösung exekutieren, sondern immer wieder von seinen Jüngern, Anhängern, Sympathisanten, verlangen: Ändert euch selbst!
Diese Idee der radikalen Selbstreflexion kommt in Religion und Philosophie immer wieder auf: „Frag nicht, was die Welt für dich tun kann, sondern was du für die Welt tun kannst.“ Jesus bringt keine Lösungen für die Masse. Er sagt: Liebt, verzichtet und seid demütiger.“ Wie das für jeden Einzelnen es gilt umzusetzen, das ist unser persönlicher Weg des Glaubens, unserer Erlösung und unserer eigenen Auferstehung zu einem neuen Menschen, Leben – ewigen Leben.
Die Entwicklung – die Eskalation – die Verurteilung zum Tod:
Jesus weiß, dass die jubelnde Masse, Spektakel sehen will, schließlich erweckte er am Sonntag, 14 Tage vor seinem Tod am Kreuz (röm. Hinrichtungsart) und seiner darauffolgenden Auferstehung von den Toten am dritten Tag, kurz davor in Betanien, Lazarus von den Toten.
Am Montag darauf wird Jesus ziemlich zornig und vertreibt Händler und Geldwechsler aus dem Tempel. Ihm ging es um das Heilige, das Heiligtum, das beschmutzt und entehrt wird, den Tempel in Jerusalem. Denn das Haus seines Vaters, der Tempel, wurde für menschliche wirtschaftliche Interessen missbraucht – und nicht für die Bedürfnisse der Menschlichkeit, die uns gesunden lassen, wie Liebe, Anerkennung und Wertschätzung – Wertschätzung sich und dem Nächsten gegenüber – als Zeichen eines richtig verstandenen und praktizierten Glaubens.
Am Palmsonntag, eine Woche vor der Verurteilung und der Hinrichtung von Jesus Christus, vollzogen wir den Einzug von Jesus in Jerusalem und erleben mit ihm wie damals das Volk ihm zujubelt “Hosanna (wörtlich: „Hilf doch!“, „Rette doch!“ oder „Ach, gib Heil!“) dem Sohn Davids, gesegnet der da kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe”. Gefeiert wird Jesus als gewaltloser Friedenskönig, der bewusst auf ein Eselin, das Tier der Armen, statt auf einem Pferd wie ein König und Herrscher, in Jerusalem zum Pessachfest (Paschafest) einreitet und dem die Menschen mit Palmenzweigen zujubelten und ihre Oberbekleidung auf der Straße gleich eines Königs würdig ausbreiteten. Wie heute der rote Teppich ausgebreitet wird für die Prominenz.
Die weitere nun darauffolgende Karwoche zeigt, dass die Masse an Jesus den Messias (Erlöser, Befreier, Befreier von der römischen Herrschaft) zweifelt, wenn er zur inneren Einkehr und Buße auffordert, statt zu poltern gegen die Römer. Er kam als König des Friedens mit seinen zwölf Aposteln nach Jerusalem um das große Pessachfest mit ihnen zu feiern. Beim Pessachfest (Paschafest) wird die Befreiung und der Auszug seines Volkes aus der Herrschaft der Ägypter gefeiert. Der biblische Auszug aus Ägypten (Exodus) wird historisch meist um das 13. Jahrhundert v. Chr. datiert und in Verbindung mit der Regierungszeit von Ramses II. (ca. 1279–1213 v. Chr.) gebracht.
Das Volk wollte ihn politisch missbrauchen, denn seit 63 v. Chr. wurde das Land als römische Provinz unter der Herrschaft der Römer verwaltet. Sie lebten daher nicht als freie Bürger. Der Fall vom Heilsbringer Jesus, König der Juden, zum schlimmsten Verbrecher, der sogar am Kreuz wegen Gotteslästerung stirbt. Die Pharisäer (bedeut. „die Abgesonderten), eine einflussreiche jüdische Gruppierung zur Zeit Jesu, die sich durch strenge Einhaltung der Tora- und Reinheitsgesetze auszeichnete, warfen Jesus Gotteslästerung vor, denn er behauptete, er sei der Sohn Gottes, was zur Folge hatte, dass sie ihn verurteilten und er nach römischen Recht am Kreuz durch das Urteil von Pontius Pilatus den römischen Stadthalter hingerichtet wurde. Das geschah binnen weniger Tage (Johannes-Evangelium 12, 42f. – Leidensgeschichte – Passion).
Auch von den Oberen des Tempels und der Politik glaubten viele an Jesus Christus und an seine Interpretation der Lehre, im Stillen, aber um der Pharisäer willen, bekannten sie es nicht öffentlich, um nicht aus der Synagoge ausgestoßen zu werden. Denn sie hatten lieber Ehre bei den Menschen als Ehre bei Gott.
Genau eine Woche vor dem Ostersonntag beginnt die Karwoche nachdem Palmsonntag, welche gleichzeitig die letzte Woche der vierzigtägigen Fastenzeit ist. Der Wortteil „Kar“ leitet sich vom althochdeutschen Begriff „kara“ ab und bedeutet so viel wie Kummer, Jammer oder Klage. Die Karwoche ist als christliche Trauerwoche bekannt.
Was abends am 2. April 33 geschah? – Der Verrat:
Heute vor über 2000 Jahren geschah, Judas bietet den Hohepriestern den Verrat von Jesus gegen wenig Geld – Silberlinge – an. Der Anfang vom Ende der Erlösungsgeschichte Jesus Christus. Hätte es aber nicht Judas gegeben, dem Jesus im Vorhinein schon beim letzten Abendmahl am Gründonnerstag bei der Fußwaschung seine Tat vergeben hatte (auch Du wirst mich verraten), dann hätte Jesus die Menschen, die an ihn glauben können und wollen, wenn auch insgeheim, nicht erlösen können – zu einem ewigen, selbstbestimmten – Leben!
Der Tod Jesus Christus am 3. April 33:
Nach dem ältesten Passionsbericht (Mk 11-16), starb Jesus in Jerusalem während eines Pessach nachmittags am Vortag eines Sabbat (Freitag).
Das Johannesevangelium zeigt noch deutlicher als die früheren Evangelien, dass Jesus sich mit klarem Wissen freiwillig dem Tod ausgeliefert hat. Souverän steht er seinen Anklägern und Richtern gegenüber. Niemand kann ihm das Leben entreißen, er selbst gibt es hin. Nach der Darstellung des Johannesevangeliums starb Jesus zu der Stunde, als im Tempel die Lämmer für das Paschamahl geschlachtet wurden. Er selbst ist das wahre Osterlamm, sein Blut ist der Preis für unsere Rettung.
Josef von Arimathäa nahm seinen Leichnam mit Erlaubnis des römischen Statthalters Pontius Pilatus vom Kreuz, wickelte ihn in ein Leintuch, legte ihn in ein Jerusalemer Felsengrab und verschloss es mit einem schweren Stein.
Die männlichen Jünger waren laut (Mk 14,50) schon bei Jesu Festnahme am Vorabend geflohen; einige davon waren laut (Lk 24,13) unterwegs nach Galiläa, andere blieben laut (Joh 20,2–3) in Jerusalem.
Nur einige Frauen, Maria seine Mutter, Maria aus Mágdala, aus dem Anhängerkreis Jesu aus Galiläa, seine Jüngerinnen, beobachteten seine Kreuzigung und Bestattung.
Die Auferstehung Jesus – Maria aus Mágdala die Verkünderin der Auferstehung:
Laut Bibel, im Neuen Testament, machten sich drei Tage nach der Kreuzigung einige Frauen auf den Weg zum Grab des Heilands Jesus Christi, um den Leichnam zu salben. Da sie ein leeres Grab vorfanden, wird davon ausgegangen, dass Jesus am Ostersonntag auferstanden ist. Die Auferstehung Jesu stellt neben der Geburt Jesu Christi das höchste Fest in der Kirche dar.
Die vierzigtägige Fastenzeit, welche bereits nach dem Fasching mit dem Aschermittwoch beginnt, sowie auch die ganze Osterzeit richten und fokussieren sich auf die Auferstehung Jesu. Obwohl die Osterfeierlichkeiten als ranghöchstes Fest des Christentums gelten, wird dem Heiligabend (dem Geburtstag des Jesuskindes) oftmals viel mehr Gewicht beigemessen.
Die Auferstehung Jesu Christi ist für die Christen zentraler Glaubensinhalt. Nach der Verkündigung des Neuen Testaments (NT) wurde Jesus Christus, Sohn Gottes, am dritten Tag nach seiner Kreuzigung von den Toten erweckt und erschien seinen Jüngerinnen und Jüngern in leiblicher Gestalt.
Das Neue Testament beschreibt den Vorgang der Auferstehung nicht, sondern setzt dies als von keinem Menschen beobachtete und beeinflusste, als alleinige Tat Gottes voraus (Mk 16,6). Es bezeugt die Folgen dieser Tat Gottes, die Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus für einige der ersten Jüngerinnen und Jünger und andere Menschen, die den auferstandenen Jesus laut einer sehr frühen Osterzeugenliste gesehen haben (1 Kor 15,5–8). Auf diesem Zeugnis beruht der Glaube des Urchristentums an die Messianität Jesu Christi (hebräisch Messias „Gesalbter“ König, König, Retter und Befreier, „den Juden verheißenen Erlöser“, Jesus „Gesalbter“ aramäisch »Jeschua«, hebräisch »Jehoschua«, beinhaltet den Namen Gottes »JHWH« die vielen Variationen des Namens bis hin zu »Jesus« bedeuten letztlich »Gott rettet«, Christus griech. „Christus“, dt. „Gesalbter“, Erlöser, Friedensfürst, Heiland) und an die Rettung der seinen Namen bekennenden Getauften zum ewigen Leben (Röm 10,9): „…denn wenn du mit deinem Mund bekennst: ‚Jesus ist der Herr‘ und in deinem Herzen glaubst: ‚Gott hat ihn von den Toten auferweckt‘, so wirst du gerettet werden und das ewige Leben erlangen.“
Über die Auferstehung Jesu gibt es keinen eigentlichen Bericht. Auch das Matthäusevangelium beschreibt nicht den Vorgang der Auferstehung, sondern berichtet das, was unmittelbar danach geschah. Das Wichtigste in diesem Osterevangelium sind die Worte des Engels (28, 5–7), dann die Erscheinung des Auferstandenen Jesus und sein Auftrag an die Frauen (28, 9–10). Jesus tritt mit göttlicher Vollmacht auf; er bestellt die Jünger nach Galiläa, dort wird er ihnen den Auftrag geben, alle Menschen der Erde zu seinen Jüngern zu machen (28, 16–20).
Im Evangelium von Matthäus 28, 1–10 steht:
1 Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Mágdala und die andere Maria (Mutter von Jakobus dem Jüngeren und Josef), um nach dem Grab zu sehen.
…
5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten.
6 Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag!
7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
8 Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.
9 Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
10 Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.
Einige der Frauen die bei der Kreuzigung Jesus anwesend waren, darunter zumindest Maria Magdalena (Mk 16,1; Joh 20,1), suchten das Grab frühmorgens am Tag nach dem Sabbat auf, um Jesu Leichnam einzubalsamieren (Mt 28,1) und nach dem Grab zu sehen. Es ist leer bis auf das zusammengefaltete Leichentuch, in dem Jesus eingewickelt wurde. Engel verkünden den Frauen, den Jüngerinnen, in oder vor dem Grab die Botschaft, dass Jesus auferweckt sei.
Am Ostersonntag treffen zwei Jünger auf einen unbekannten Mann, der ihre Trauer um den Tod von Jesus Christus hinterfragt. Am Ende erkennen die Jünger den Mann als Jesus, der dann aber vor ihren Augen wieder verschwindet. Die Jünger machen sich daraufhin sofort auf den Rückweg nach Jerusalem, um den anderen Jüngern die frohe Botschaft zu überbringen.
Bei Markus und Matthäus kündigen sie zudem die folgenden Jesuserscheinungen in Galiläa an, wovon in der Folge berichtet wird und wir an den nächsten Sonntagen hören werden.
Warum gibt es zu Ostern Ostereier?
In vielen Kulturen symbolisiert das Ei Fruchtbarkeit und neues Leben. Schon seit vielen Jahrhunderten stellt das Ei die Auferstehung von Jesus dar. Auch beim Pessachfestes wurden damals vor über 3000 Jahren und werden heute zu Beginn des Festmahles gekochte Eier gegessen. Früher spielten auch noch die Farben der Eier eine Rolle, inzwischen ist die alljährliche Ostereiersuche aber nur noch ein Erlebnis für die Kinder, die im Garten oder Haus nach den angemalten Eiern suchen.
Und was macht der Osterhase?
Eine ähnliche Bedeutung hat auch der Osterhase: Der Hase ist das erste Tier, das im Frühjahr seine Jungen bekommt. Daher ist auch er das Symbol von Auferstehung und des Neubeginns. Das Ablegen von Ostereiern wurde dem Hasen durch seine Nähe zu den Menschen angedichtet – wenn Hühner schon keine bunten Eier legen können, bis auf wenige alte vom Aussterben bedrohten Arten, – dann kann es doch wenigstens der Osterhase.

Herzlichen Dank an Ing. Franz-Peter Stadler 1010 Wien, Salzatal & Schladming für Text und Foto.













