Woher kommt die Bezeichnung Gründonnerstag?

Am Gründonnerstag feierte Jesus Christus das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern. Woher der Gründonnerstag seinen Namen hat, ist nicht vollständig geklärt.

Es wird angenommen, dass sich die Bezeichnung entweder auf die „Grünen“ bezieht, womit im Mittelalter Büßer gemeint waren, die grün gekleidet waren und die Farbe Grün als Symbol für das Wachsen und die Erneuerung oder, dass sich das Wort vom Verb „greinen“ (im Sinne von beweinen) herleitet.

Mit dem Gründonnerstag beginnt das sogenannte „Triduum sacrum“ oder „Triduum paschale“ – die heiligen bzw. österlichen drei Tage. Die Osterzeit ist nicht nur das Fest der Auferstehung Jesu Christi; sie ist auch eine Zeit der Reflexion, Erneuerung und Hoffnung. Nach einer intensiven Fastenzeit beginnt die Osterzeit am Ostersonntag und erstreckt sich über 50 Tage bis zum Pfingstfest. Ein bekannter Brauch am Gründonnerstag ist, etwas Grünes zu Essen, wie zum Beispiel Spinat, Kohl, Salate und grüne Kräuter.

Feier vom letzten Abendmahl - Foto: Peter Stadler
Feier vom letzten Abendmahl – Foto: Ing. Franz Peter Stadler

Die Herleitungen des Begriffs Gründonnerstag:
Die 1. Herleitung des Gründonnerstags ist seit dem dem 14. Jahrhundert bezeugt, aber möglicherweise schon ein älterer Brauch, denn am Gründonnerstag wurde besonders grünes Gemüse (Grünkohl, Salate, Nesseln, junge Triebe) und grüne Kräuter gegessen. Dies steht nicht nur im Einklang mit den allgemeinen Fastenvorschriften für die Karwoche, sondern auch in Verbindung mit vorchristlichen Vorstellungen, dass dadurch die Kraft des Frühlings und seine Heilwirkung für das ganze Jahr aufgenommen wird. In einigen Regionen hatte der Gründonnerstag auch eine besondere Bedeutung für das Bestellen von Feld und Garten, als Tag der ersten Frühlingsaussaat oder als ein Tag, an dem man sich von der Aussaat oder vom Setzen oder Beschneiden der Pflanzen besonders reichen Ertrag versprach.

Die 2. Herleitung aus dem „Greinen“ (ahd. gr?nan, mhd. grînen, „lachend, winselnd, weinend den Mund verziehen“) der Büßer am Gründonnerstag. Aus mündlich gebrauchtem, aber schriftlich nicht bezeugtem grîn donerstac wäre in dem Fall durch volksetymologische Umdeutung Grüner Donnerstag -> Gründonnerstag entstanden. Da jedoch dieser Tag seit dem 4. Jahrhundert ein kirchlicher Freudentag war, an dem die zuvor Exkommunizierten nach Buße und Vergebung endlich wieder zur Kommunion zugelassen, also wieder „grünendes Holz“ am Stamm der Kirche nach Lukas 23,31 waren, erscheint die Annahme eines Klagedonnerstags widersinnig.

Feier vom letzten Abendmahl - Foto: Peter Stadler
Feier vom letzten Abendmahl – Foto: Ing. Franz Peter Stadler

Am Gründonnerstag feiern Christen in aller Welt das letzte Abendmahl von Jesus Christus. Nach dem Neuen Testament feierte Jesus von Nazareth an diesem Tag das letzte gemeinsame Mahl mit seinen zwölf Aposteln, bei dem er Brot und Wein teilte. Anschließend betete er am Ölberg, wo er von Judas verraten wurde. Am darauffolgenden Freitag (Karfreitag) wurde Jesus demnach verurteilt und hingerichtet.

Gründonnerstag (auch Hoher, Heiliger oder Weißer Donnerstag bzw. Palmdonnerstag) ist die deutschsprachige Bezeichnung für den fünften Tag der Karwoche bzw. der Heiligen Woche (in liturgischer Zählung, beginnend mit dem Sonntag). An ihm gedenken die Kirchen des letzten Abendmahles Jesu mit den zwölf Aposteln am Vorabend seiner Kreuzigung. Die liturgische Bezeichnung ist Feria quinta in coena Domini („fünfter Tag, Abendmahl des Herrn“), beginnend mit dem Palmsonntag.

In der Messe vom Letzten Abendmahl wird am Abend des Gründonnerstags der Einsetzung des Altarssakramentes (d. h. der Eucharistie) und des Weihepriestertums gedacht. Die anschließende schlichte Prozession mit dem Allerheiligsten steht für den Gang Jesu zum Ölberg, wo er in Todesangst betete und verhaftet wurde. In stiller Anbetung vor dem Allerheiligsten gedenken die Gläubigen in dieser Nacht an Jesu Verhaftung und Geißelung.

Der Gründonnerstag war früher ein Tag öffentlicher Sündenvergebung, besonders für die mit Kirchenstrafenbelegten Büßer. Die Funktion hat er in der römisch-katholischen Kirche nicht mehr, während dies in der Orthodoxie teilweise noch anzutreffen ist.

Das letzte Abendmahl Jesu mit seinen zwölf Aposteln in Jerusalem:
Jesus ging mit seinen Jüngern nach Jerusalem um dort das Pessachfest (Paschafest) zu feiern. Pessach (hebräisch „Vorüberschreiten“), auch Passa, Passah oder Pascha genannt, gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums, denn mit dem Auszug aus Ägypten, der Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei, von der das 2. Buch Mose im Tanach erzählt, beginnt die Geschichte des Volkes Israel. Auch soll es an die Frühlingsernte der Gerste erinnern.

Wie war und ist noch heute der Feierablauf vom Pessachfest?

  • Der erste Becher Wein wird eingeschenkt und der Hausvater (Jesus) spricht den Segen über ihn.
  • Er wäscht seine Hände mit Wasser.
  • Er tunkt grünes Kraut in das Salzwasser, spricht einen Segensspruch und isst davon.
  • Dann reicht er sie an die anderen weiter und auch diese sprechen einen Segen.
  • Der Hausherr (Jesus) bricht von den drei ungesäuerten Broten (Mazzen) eines in zwei ungleich große Teile, hüllt das größere Stück ein und legt es zur Seite – dieses wird am Schluss der Feier gegessen (das Mahl soll wieder mit Ungesäuertem beendet werden).
  • Nun folgt die Erzählung von der Errettung des Volkes Israel aus der Knechtschaft Ägyptens.
  • Dies geschieht in dialogischer Weise, indem der/die jüngste Teilnehmer/in Fragen stellt, die der Vater (Jesus) beantwortet. So werden wichtige Stationen der Heilsgeschichte an diesem Abend erinnert.
  • Der zweite Becher wird eingeschenkt und der Segen darüber gesprochen. Nun waschen auch alle Anwesenden ihre Hände.
  • Anschließend werden Segenssprüche über das ungesäuerte Brot gesprochen und der Hausvater isst von einem der Brote.
  • Es folgt der Segen über die Bitterkräuter, die in das Fruchtmus eingetaucht und gegessen werden.
  • Dann werden Mazze und Bitterkraut zusammen gegessen.
  • Es folgt das eigentliche Mahl, an dessen Beginn das harte Ei gegessen wird.
  • Als Nachspeise wird das Stück Mazze gegessen, das zu Beginn eingehüllt wurde.
  • Der dritte Becher wird eingeschenkt, gesegnet, das Tischgebet gesprochen und der Becher anschließend getrunken.
  • Nun wird der vierte Becher eingeschenkt und die Hallel-Psalmen (halal = lobsingen, in Jubel ausbrechen – Ps 113-118, 135-136, 146-150) gebetet. Danach wird der vierte und letzte Becher Wein getrunken. (Z.B. – Ps 136,1 Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig!)
  • Mit Gesängen und in fröhlicher Stimmung klingt der Sederabend aus.
Feier vom letzten Abendmahl - Foto: Franz Peter Stadler
Feier vom letzten Abendmahl – Foto: Ing. Franz Peter Stadler

Jesus verwendete, bei der Pessachfeier in Jerusalem, mit seinen Jüngern ganz persönliche Worte, die auf seine kommende Kreuzigung hinwiesen und lauteten: Am Abend vor seinem Leiden nahm Jesus das Brot in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, erhob die Augen zum Himmel, zu dir, seinem Vater, dem allmächtigen Gott, sagte dir Lob und Dank, brach das Brot, reichte es seinen Jüngern und sprach: NEHMET UND ESSET ALLE DAVON: DAS IST MEIN LEIB, DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.

Ebenso nahm er nach dem Mahl diesen erhabenen Kelch in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, sagte dir Lob und Dank, reichte den Kelch seinen Jüngern und sprach: NEHMET UND TRINKET ALLE DARAUS: DAS IST DER KELCH DES NEUEN UND EWIGEN BUNDES, MEIN BLUT, DAS FÜR EUCH UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN. TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Das ist das Geheimnis des christlichen Glaubens, unser Bund mit Gott, Jesus Tod und seine Auferstehung von den Toten, unser Auftrag dies zu gedenken und zu feiern, sooft wie möglich.
Viele von EUCH die diese Zeilen bisher gelesen haben werden diesen Text aus der Messe, der heiligen Wandlung, der Eucharistie, wiedererkannt haben.

Fußwaschung – Liebesdienst Jesu:
In Gottesdiensten vieler Gemeinden gibt es auch noch die traditionelle Fußwaschung, die an die Fußwaschung der zwölf Apostel durch Jesu erinnern soll. Die Fußwaschung war ein Liebesdienst Jesu an seinen Jüngern und nach alter Tradition Teil der Messe am Gründonnerstag. An diesem Tag dürfen wir uns daran erinnern, dass Jesus auch uns die Füße wäscht. Das Waschen der Füße ist ein Symbol für den Dienst Jesu an uns. Jesus vergibt auch uns die Sünden. Wenn Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, auch dem Judas, dann zeigt er: niemanden schließt er von seiner Liebe aus. Wir sind aufgefordert genau so zu handeln. Wenn nun schon ich euer Meister und Herr euch die Füße wasche, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.

Er liebte sie bis zur Vollendung: Evangelium nach Johannes 13, 1–15
1 Es war vor dem Paschafest Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen.
Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung.
2 Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskáriot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern.
3 Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte
und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte,
4 stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch.
5 Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.
6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
7 Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.
8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen!
Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.
9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.
10 Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.
11 Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
12 Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?
13 Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es.
14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.
15 Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Bauernregel für den Gründonnerstag: Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer sicher heiß.

Herzlichen Dank an Ing. Franz-Peter Stadler 1010 Wien, Salzatal & Schladming für Text und Foto.

Bericht und Foto: Franz Peter Stadler

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