Warum und seit wann wir den Palmsonntag feiern

Mit dem Palmsonntag beginnen wir die Heilige Woche. Wir vollziehen den Einzug  von Jesus in Jerusalem nach, erleben mit ihm wie damals das Volk ihm zujubelt “Hosanna dem Sohn Davids, gesegnet der da kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe”, sein Leiden, Tod.

Am Palmsonntag feiern Christen den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem, kurz vor seiner Kreuzigung, was den Beginn der Karwoche darstellt. Gefeiert wird Jesus als gewaltloser Friedenskönig, dem Menschen mit Palmenzweigen zujubelten. Die Feier des heutigen Gottesdienstes beinhaltet die Weihe von Palmbuschen, Prozessionen und das Lesen der Leidensgeschichte (Passion).

Palmsonntag 2026 in Gußwerk - Foto: Ing. Franz Peter Stadler
Palmsonntag 2026 in Gußwerk – Foto: Ing. Franz Peter Stadler

“Hosanna dem Sohn Davids. Gesegnet der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.” – Mit diesen Worten begrüßten die Menschen Jesus feierlich wie einen König als er auf einer Eselin reitend in die Stadt Jerusalem einzog. Doch was steckt nun genau hinter dem Palmsonntag?

Als Jesus vor dem Pessachfest nach Jerusalem kam, wurde er von den Menschen, die ebenfalls zum Pessachfest nach Jerusalem gekommen waren als Messias (Gesalbter, Könige wurden gesalbt), als Prophet und großer Wundertäter begrüßt.

Das Pessachfest ist eines der wichtigsten jüdischen Hauptfeste, das im Frühling (meist März/April) über sieben bis acht Tage im Gedenken an die Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei erinnert und festlich gefeiert wird. Zentral sind der Sederabend, der erste Abend des Pessachfestes. Dieser Abend wird nach einer genau vorgeschriebenen Ordnung begangen, das Essen von ungesäuertem Brot (Mazzot) und das Verbot von Gesäuertem (Chamez), um an den überstürzten Auszug zu erinnern.

Die jubelnde Menschenmenge die Jesus “Hosanna dem Sohn Davids. Gesegnet der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.“ zuriefen, wussten nämlich, dass er kurz zuvor Lazarus von den Toten auferweckt hatte, obwohl dieser schon vier Tage im Grab gelegen war und nach Verwesung roch. Erwachsene und Kinder sangen ihm “Hosanna!” (hebr. Hoschana, „Hilf doch!“), legten ihre Kleider unter die Füße der Eselin, auf dem er ritt, und empfingen Ihn mit grünen (Palm-) Zweigen und Blumen. Deshalb wird dieser Tag neben seiner Bezeichnung als “Einzug des Herrn in Jerusalem” auch “Palmsonntag” genannt und wir lassen unsere Palmbuschen und Palmzweige segnen.

Die Bevölkerung feierte ihn damals durch Streuen von Palmzweigen, die als heilig angesehen wurden und dem siegreichen König vorbehalten waren, und legten auch ihre Oberbekleidung auf seinen Weg.
Das ist so ähnlich als wenn heute hohen Persönlichkeiten der rote Teppich ausgebreitet wird.

Mit dem Palmsonntag treten wir in die wichtigste Woche des Kirchenjahres, in die Heilige Woche ein, Gründonnerstag – Karfreitag – Karsamstag – Ostern. In dieser Woche feiern wir das ganze Geheimnis des christlichen Glaubens, die entscheidenden Heilstaten Jesu Christi und so begeben wir uns in dieses Heil der Erlösung und Auferstehung hinein. Der Palmsonntag ist das Eingangstor zur Passion, dem Leiden und Tod und schlußendlich der Auferstehung von den Toten Christi, durch die er uns seine ganze Liebe zeigt und uns erlöst von all unserem Leid und Versagen, Sünden und Tod.

Zweimal hören wir im Kirchenjahr die Leidensgeschichte Jesu, die Passionsgeschichte, am Palmsonntag und am Karfreitag.

Am Palmsonntag hören wir vom Einzug Jesu nach Jerusalem. Das ganze Leben Jesu ist sein Lebensreise nach Jerusalem, dem Heiligtum, dem Haus Gottes, seines Vaters. Auf diesem Weg ist Jesus in der Mitte seines eigenen Glaubens gegangen, um das Heil und die grenzenlose Liebe Gottes, seines und unseres Vaters, zu verkünden, in Wort und Tat. Jesus hat auf diesem Weg unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Einerseits begeisterte Aufnahme und tiefe Dankbarkeit aber auch Kritik, Ablehnung und Hass. Das Ziel seines Lebensweges war, uns bis zum Äußersten zu lieben und zu erlösen.

Warum zog Jesus auf einer Eselin und nicht auf einem Pferd in Jerusalem ein?

Im Evangelium, der Frohbotschaft, des Palmsonntags hören wir, dass Jesus auf einer Eselin reitet und in Jerusalem einzieht. Der Esel ist das Tier armer Leute. Jesus hat ihn ausgewählt, weil er nicht wie ein Herrscher in Jerusalem einmarschieren will, sondern demütig und bescheiden. Niemand zieht mit einem Esel in die Schlacht, sondern mit einem Pferd. Jesus war friedlich und wehrlos und wollte in Jerusalem das Pessachfest mit seinen Aposteln feiern. Jerusalem, das römische Palästina wurde von 63 v. Chr. bis etwa 634 n. Chr. damals von den Römern als Provinz verwaltet und die Bevölkerung wollte sich vom Joch dieser Fremdherrschaft befreien. Jesus erfüllte diesen Wunsch politisch nicht, denn er ist König nicht von dieser Welt, sonder vom Himmelreich von wo ihn sein Vater gesandt hat.

Gott zwingt uns seine Liebe nicht einfach auf, sondern er bietet uns seine Freundschaft in aller Freiheit und Offenheit an.

Versuchen wir uns auf den Frieden Gottes einzulassen. Befrieden und bezähmen wir unsere Wut und Boshaftigkeit.

Seit wann gibt es das Brauchtum der Palmzweige?

Bereits um 400 nach Christi Geburt wird von der Pilgerin Ätheria berichtet, dass an diesem Tag, am frühen Nachmittag, sich die Christen auf dem Ölberg versammelten. Dort hielten sie einen ausgedehnten Wortgottesdienst. Gegen Abend geleiteten sie den Bischof in die Stadt. Die Kinder trugen Oliven- und Palmzweige in den Händen.
Da es in unserer Gegend keine Oliven- und Palmzweige gibt, werden andere verschiedene grüne Zweige dazu verwendet, wie Buchsbaumzweige, Palmkätzchen, Efeu und andere grüne Zweige. Wichtig ist, dass es lebendiges grün ist. Die Zahl drei, Symbolzahl für das neue Leben, spielt dabei auch eine große Rolle. Denn Jesus ist der König, der das wahre Leben schenkt.

Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Zum Zeichen seines Königtums jubelte ihm das Volk zu und streute Jesus Palmzweige (Joh 12,13–15 , Mt 21,1–11, Mk 11,1–11), als Zeichen der Königswürde und des Friedens.
Palmen wurden vielerorts als heilige Bäume verehrt und waren etwa in Delos dem Apollon heilig. Im Mittelmeerraum galten Palmen von alters her als Sinnbild des Lebens und des Sieges, in Israel insbesondere auch das Symbol für die Unabhängigkeit und den siegreichen König (1 Makk 13,51; 2 Makk 14,4).
Das Motiv des Königs, der auf einem Esel reitend kommt, findet sich als Sinnbild des gewaltlosen Friedenskönigs und der Demut beim biblischen Propheten Sacharja (Sach 9,9).
Jesus ist „ein armer König“, einer, der nicht durch politische und militärische Macht herrscht. Sein innerstes Wesen ist Demut, Sanftmut, Gott und den Menschen gegenüber. Als „Friedenskönig“ stehe er im Gegensatz zu den Königen der Welt.

Woher kommt der Begriff Palmsonntag?

Der Palmsonntag (lateinisch Dominica in Palmis de passione Domini („Palmsonntag vom Leiden des Herrn“) in der römisch-katholischen Kirche, ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern und geht auf das Sakramentar von Papst Gelasius I. (Gelasianum vetus) aus dem 5. Jahrhundert zurück. Die Lesung der Passion entspricht altrömischer Liturgietradition, die Prozession ist aus dem altgallischen und ostkirchlichen Brauchtum übernommen.
Die liturgische Farbe des Palmsonntags ist im römischen Ritus Rot als Farbe des Blutes und des Leidens. In der Feier der Liturgie nach dem Messbuch von 1962 war die liturgische Farbe der Palmprozession bis nach dem Tagesgebet Rot, zur Lesung der Passion wechselte der Priester die Gewänder und trug Violett als Farbe der Buße.
Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche.

Der Palmsonntag liegt sieben Tage vor Ostersonntag und 39 Tage nach Aschermittwoch. Weil sich der Palmsonntag nach Ostern und Ostern nach dem Vollmond richtet, ist das frühestmögliche Datum für den Palmsonntag der 15. März, das spätestmögliche der 18. April.

Segnung der Palmzweige (Weidenkätzchen):

Der Gottesdienst beginnt mit der Segnung der Palmzweige, die in der Regel an einem Ort außerhalb der Kirche stattfindet, so dass das Wetter es zulässt. Der Zelebrant segnet die Palmgebinde durch Weihegebet und Besprengung mit Weihwasser. Nach dem Vortrag des Evangeliums und der Homilie (Predigt, vertrautes Gespräch, Rede, Unterricht) ziehen alle mit Palmzweigen in den Händen in die Kirche. Vielerorts ist es üblich, das Prozessionskreuz an der Spitze der Palmprozession mit Palmzweigen oder einer roten Stola zu schmücken.

Bei der Lesung der Passion, der Leidensgeschichte Jesu, deren Feier am Gründonnerstag in der kommenden Woche fortgesetzt wird, kommen weder Weihrauch noch Leuchter zum Einsatz. Die Passion wird von mehreren vorgetragen, wobei einer die Worte Jesu spricht, einer die des Evangelisten und der dritte die Worte aller sonstigen Personen. Während die überlieferten Worte Jesu traditionell von einem Diakon oder Priester vorgetragen werden.

Leiden und Sterben Jesu:

Nach der Palmenweihe, die an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert, hörten wir in der darauffolgenden Messe die Passion nach Matthäus. Diese wird durch verschiedene Sprecher vorgetragen. Bei derZuhörerin und dem Zuhörer brechen dann folgende Fragen auf: Wie stehe ich zu Jesus? Welchen Platz räume ich ihm ein? Jesus geht für uns alle diesen Weg und er ermutigt uns, ihm nachzufolgen. So ist unser Lebensweg auch ein Lichtweg zu unserer eigenen Erleuchtung und Erlösung. Wer wir auch sind, Jesus liebt uns. In dieser Liebe wird uns Frieden und Freiheit geschenkt. Diese Liebe ermöglicht immer wieder neu anzufangen.

Andrea Schwarz: Weil Gott selbst in unser Dunkel herabsteigt, ja, sich selbst in das Dunkel hineinbegibt, dürfen wir das Dunkel in unserem Leben zulassen – in der absoluten Gewissheit, dass uns Gott nirgendwann und nirgendwo näher ist als gerade dann. Wir brauchen uns nicht zu maskieren, irgendwelche Rollen zu spielen, mit unendlicher Kraft zu versuchen, jemand zu sein, der wir gar nicht sind – wir dürfen das Dunkel, das Schweigen, die Verlassenheit zulassen, weil Gott selbst sie mit uns teilt.
Wir dürfen unsere Gebrochenheit zulassen, weil Gott sich selbst brechen lässt, damals am Kreuz und immer wieder neu in jeder Feier der Eucharistie, der Kommunion.

Brauchtum heute:

Das Gedenken des Einzugs Jesus in Jerusalem ist ein freudiges Fest, das heute noch mit zahlreichen Prozessionen und Brauchtümern begangen wird. Im Mittelpunkt dieser steht die Messe, die das Tor zur Osterfeier und mit der Passion die Karwoche einleitet. Kennzeichnend für die Liturgie sind die Palmweihe und die Prozession in die Kirche.

Die gesegneten Palmzweige sollen Segen bringen für Haus und Flur und werden an einen besonderen Ort im Haus gestellt, meist in den sogenannten Herrgottswinkel. Diese sollen das Haus bis zur nächsten Erneuerung vor Blitz und Feuersgefahr schützen.
Mit den Resten des Palmzweige aus dem Vorjahr, werden nicht nur Feuer gemacht, sondern sie werden auch beim Weihbrotbacken und beim Kochen des Weihfleisches verwendet.
Auch werden diese mit den Schalen der Ostereier und den Kohlen der Osterfeuer in den Ecken der Felder eingesteckt oder vergraben, um diese fruchtbar zu machen und sollen vor Unwettern und Hagelschlag schützen.

Der Imkerbund kann der Tradition der Palmkätzchen allerdings nur wenig abgewinnen, denn das rigorose Abernten schadet leider den Bienen. Für eine gesunde Entwicklung der Bienenvölker ist die erste Bienennahrung (worunter die Palmkätzchen fallen) unumgänglich. Mit der Plünderung der Palmenbüsche wird den Bienen somit eine wichtige Nahrungsgrundlage genommen. Die evangelische Kirche begeht keine Palmprozession, jedoch ist dieser Sonntag vor Ostern als Konfirmationstag sehr beliebt.

Herzlichen Dank an Ing. Franz-Peter Stadler 1010 Wien, Salzatal & Schladming für Text und Foto.

Bericht und Foto: Franz Peter Stadler

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