Bau vom Einsatzzentrum verzögert sich

Zurück an den Start heißt es beim Einsatzzentrum in Mariazell. Ursprünglich wurde mit einem Baubeginn bereits Ende des Jahres spekuliert, daraus wird nichts.

Die beteiligten Gemeinden hätten gerne ein Einsatzzentrum in der Größenordnung von acht bis zehn Millionen Euro. Das Land, das den Großteil der Kosten tragen soll, will nur ein Gebäude mitfinanzieren, das insgesamt nicht mehr als sechs Millionen Euro kostet. Jetzt wird neu gerechnet und verhandelt.

 

Entwurf - Mariazeller Einsatzzentrum

 

Feuerwehr, Rotes Kreuz und Bergrettung würden dringend ein neues Einsatzzentrum benötigen. Das geplante Einsatzzentrum ist ein gemeindeübergreifendes Projekt. Das neue Einsatzzentrum soll im Bereich des Bundesschullandheimes auf Mariazeller Gemeindegebiet errichtet werden.

Zwischen den Mariazellerland-Gemeinden und dem Land Steiermark tut sich jetzt eine Finanzspalte von drei bis fünf Millionen Euro auf. Rund um den Bau des Einsatzzentrums werden wohl kleinere Brötchen gebacken werden müssen.

 

Land setzt den Sparstift
Zeigte sich das Land bei der Geldspritze für das Europeum in Mariazell noch gönnerhaft, so agiert es bei der Förderung für das Einsatzzentrum sehr zurückhaltend.

Obwohl sowohl aus dem Büro Landeshauptmann Voves, als auch aus dem Büro Landeshauptmann-Stellvertreter Schützenhöfer keiner einen direkten Zusammenhang mit dem Europeum herstellen will, schwingt die wirtschaftliche Schieflage des Kongresszentrums in Nebensätzen immer mit.

 

Zu teuer für die Gemeinden
„Die Budgetmittel des Landes und auch jene der Gemeinden sind nicht unbegrenzt. Die Gemeinden des Mariazellerlandes müssen jetzt Geld fürs Europeum beisteuern, da wird es schwer, zusätzliche Geldmittel für ein Großprojekt wie dem Einsatzzentrum aufzutreiben. Der finanzielle Spielraum für die Gemeinden des Mariazellerlandes ist durch das Europeum sicher kleiner geworden“, sagte Michael Schickhofer aus dem Büro Voves.

Die Neuverhandlung über das Einsatzzentrum hätte es jedoch laut Schickhofer auch ohne Europeum-Beteiligung des Landes gegeben. „Die Verhandlungen wurden durch die Europeum-Sache nur verzögert, sie wurden dadurch aber auch nicht einfacher“, räumt Schickhofer ein. Möglich ist jetzt auch ein Mehrstufenplan. „Man könnte das Einsatzzentrum in Etappen errichten, auch darüber könnte man verhandeln“, sagte Schickhofer.

 

Kein direkter Zusammenhang
Ähnliches ist auch aus dem Büro Schützenhöfer zu hören: „Das Land hat eine deutliche Kostenreduzierung für das neue Einsatzzentrum gefordert. Ein direkter Zusammenhang mit der Europeum-Beteiligung des Landes ist nicht herzustellen. Die Verhandlungen über das Einsatzzentrum wurden durch das Europeum überschattet. Vordringlich musste schnell eine Lösung fürs Europeum gefunden werden, deshalb auch die Verzögerung.“

 

Es gibt keine Alternative
„Tatsache ist, dass wir um ein neues Einsatzzentrum für unsere Gemeinden nicht herumkommen. Die derzeitigen Räumlichkeiten von Feuerwehr, Rettung und Bergrettung entsprechen nicht den üblichen Standards“, sagt Manfred Seebacher, Bürgermeister von St. Sebastian. „Großartig kann nicht eingespart werden, weil sonst kann man gleich auf den Neubau verzichten“, sagt Seebacher ergänzend.

Mit Graz wird wohl hart verhandelt werden müssen. „Wir wissen alle, dass das Geld knapp ist, jetzt sind intelligente und langfristige Lösungen gefragt“, sagt Seebacher, der schon einige dienstliche Graz-Ausflüge eingeplant hat.