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Mariazell feiert 50 Jahre Stadt
Die Festrede des Bürgermeisters

"Hochwürdige Geistlichkeit!
Geschätzte Festgäste!
Liebe Mariazellerinnen!
Liebe Mariazeller!

Wieder einmal ein Tag, der in die Geschichte Mariazells eingehen wird.

"Mariazell - Die jüngste Stadt" stand auf der Titelseite der Festschrift anläßlich der Stadterhebungsfeier am 30. Mai 1948, bei welcher höchste Würdenträger von politischer wie kirchlicher Seite in Mariazell anwesend waren.
 
50 Jahre sind seither vergangen - eine Zeitspanne, in der sich nicht nur in Mariazell, in Österreich oder in Europa, sondern in der ganzen Welt unendlich viel geändert hat. Dennoch ist die Geschichte überall dieselbe geblieben - sie hat sich nur um ein halbes Jahrhundert verlängert.
 
Ich freue mich daher besonders und sehe es als große Auszeichnung für Mariazell auch heute, anläßlich des 50. Jubiläums der Stadterhebung zahlreiche Ehrengäste in unserer schönen Stadt begrüßen zu dürfen:

Allen voran:
Seine Eminenz, Kardinal Dr. Franz König
Herr Kardinal, wir wissen Ihre große und treue Verbundenheit mit unserer Magna Mater Austriae und mit Mariazell in höchstem Maße zu schätzen. Ich darf Sie als Ehrenbürger unserer Stadt auf das herzlichste willkommen heißen und Ihnen gleichzeitig den Dank für das Zelebrieren der heutigen Festmesse aussprechen.

Unsere Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic
Liebe Frau Landeshauptmann, auch Du hast Deine innere Zuneigung Mariazell und unserer Gnadenmutter gegenüber schon lange vor Antritt Deines schweren Amtes immer wieder gezeigt. Ich darf Dir dafür und auch für Dein heutiges Kommen unseren Dank aussprechen und Dich ebenfalls von Herzen willkommen heißen.

Weiters freut es mich ganz besonders begrüßen zu dürfen:

  • Seine Exzellenz Dr. Karl Diem, Botschafter in Tunesien, Träger der "Goldenen Ehrennadel der Stadt Mariazell"
  • Frau Abgeordnete zum Nationalrat Anni Huber
  • Herrn Abgeordneten zum Nationalrat Dipl.-Ing. Josef Schöggl
  • Herrn Bundesrat Bgm. Ing. Peter Polleruhs
  • Frau Abgeordnete zum Stmk. Landtag Dr. Waltraud Bachmaier-Geltewa - in Vertretung von Herrn LH-Stv. Dr. Peter Schachner-Blazizek
  • Herrn Abgeordneten zum Stmk. Landtag Josef Straßberger
  • Herrn Hofrat Dr. Heinz Schille, Vorstand der Rechtsabteilung 7 des Amtes der Steierm. Landesregierung
  • Herrn Hofrat Dipl.-Ing. Werner Friedrich, Leiter der Baubezirksleitung Bruck an der Mur
  • Herrn General Karl Majcen, Generaltruppeninspektor und Präsident des Vereines "Freunde der Basilika Mariazell"
  • Herrn Gerneraldirektor i.R. Univ-Prof.Dkfm.Dr. Konrad Fuchs - Träger des Ehrenringes der Stadt Mariazell
  • Herrn Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Franz Lückler - Österr. Autobahnen- und Schnellstraßen AG
  • Herrn Ministerialrat i.R. Dr. Anton Würzl - Träger des Ehrenringes der Stadt Mariazell
  • Herrn Hofrat Dir. Otto Ramschak - Träger der Ehrennadel in Silber
  • Herrn Abgeordneten zum Stmk. Landtag i.R. DDr. Hans Steiner

Ich grüße weiters:

  • Die anwesenden Ehrenbürger der Stadt Mariazell - unter ihnen meine beiden Bürgermeister-Vorgänger, Herr Reg.Rat Alfred Schöggl und Herr Ing. Karl Pingl
  • Meine Bürgermeister-Kollegen sowie alle geladenen Ehrengäste, alle Einsatzorganisationen und Vereine, die Vertreter der Medien
  • die Stadtkapelle Mariazell und die Musikkapellen von Aschbach, Graßnitz, Gußwerk, Mitterbach und Wildalpen
  • und nicht zuletzt unsere deutschen Freunde aus Fauerbach unter der Führung ihres Ortsvorstehers Ewald Reitz

Ein Ehrentag also für unsere schöne Stadt - begonnen mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Aflenzer und Mariazeller Gebietes im Jahre 1025.
Das ganze Aflenztal einschließlich der damals dort schon bestehenden Pfarre und damit auch das Mariazeller Gebiet kam durch Schenkung von Herzog Heinrich dem III. von Kärnten im Jahre 1103 an das von ihm gestiftete Kloster St. Lambrecht.
Mit dem Besitz übernahm das Stift St. Lambrecht auch die Kultivierung des gesamten Gebietes.

Im Jahre 1157 - so sagt die Legende - kam dann der Benediktinermönch Magnus mit seiner aus Lindenholz geschnitzten Marienstatue über den Seeberg hierher und baute an dieser Stelle über seine Statue eine kleine Zelle.
Daher der Name Mariazell.

Markgraf Heinrich von Mähren, der auf wunderbare Weise geheilt wurde, errichtete dann als Dank um 1200 die erste Kapelle aus Stein.
Damit war der Grundstein zur Wallfahrt gelegt, welche jedoch geschichtlich nur bis in die Anfänge des 14. Jahrhunderts zurückzuverfolgen ist.
Bereits im Jahre 1344 wurde Mariazell auf Grund seiner stetig steigenden Bekanntheit das Marktrecht gewährt.

In den 60-er Jahren des 14. Jahrhunderts dankte König Ludwig I. von Ungarn für seinen Sieg über eine gewaltige Übermacht der Türken mit dem Bau der gotischen Kirche und stiftete den Gnadenaltar.

Immer mehr Pilger, allen voran die damaligen Kaiser, kamen nach Mariazell. Um den Anforderungen gerecht zu werden, gab der Kaiser selbst die Anregung, die Kirche umzubauen und zu vergrößern.

1644 wurde dann nach den Plänen des damals bedeutendsten Architekten und Kirchenbaumeisters der Steiermark, Domenico Sciassia, mit dem Um- bzw. Erweiterungsbau begonnen. Es entstand der Bau, wie wir ihn heute vor uns haben.

Den Abschluß vollzog österreichs größter Architekt dieser Zeit, Johann Bernhard Fischer von Erlach, mit der Erbauung des Hochaltares.

Ab dieser Zeit konnte Mariazell viele weitere Höhepunkte erleben - so konnten z.B. anläßlich der 600-Jahr-Feier im Jahre 1757 bereits rund 400.000 Pilger gezählt werden, aufgrund der 750-Jahr-Feier wurde die Kirche dann zur Basilika erhoben, hohe und höchste Gäste des Kaiserhauses waren zu Besuch in Mariazell und unsere Gnadenmutter wurde zur Schutzherrin der gesamten Donaumonarchie.

Parallel zur Wallfahrt entwickelte sich bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts auch der Fremdenverkehr. Mit der Erschließung und Inbetriebnahme der Mariazellerbahn im Jahre 1907, sowie der Entwicklung des Wintersportes konnten Anfang dieses Jahrhunderts gute Erfolge erzielt werden und Mariazell entwickelte sich auch als Wintersportort zu einem der bekanntesten Österreichs.

Im Jahre 1928 wurde dann die Bürgeralpe durch die Seilschwebebahn erschlossen. Damals war es -meines Wissens- die zweite in Österreich. Damit wurden wir endgültig auch zum Ferienort sowohl im Winter als auch im Sommer.

Der Erste und der Zweite Weltkrieg brachten natürlich große Rückschritte in allen Bereichen und der neue Aufschwung begann erst wieder nach Ende des Zweiten Weltkrieges und hatte seinen ersten Höhepunkt mit der Stadterhebung per 1. Jänner 1948 bzw. den großen Feierlichkeiten am 30. Mai 1948, welche der damalige Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Hans Laufenstein erleben durfte.

Im Jahre 1955 wurde er dann von unserem jetzigen Alt-Bürgermeister RR Alfred Schöggl abgelöst. In seiner Ära, welche ein Vierteljahrhundert bis zum Jahre 1979 gedauert hat, wurden wohl die Fundamente unseres jetzigen Mariazells geschaffen.

Aufbauend auf den schwierigen Verlaß des Krieges wurden Weichen für die Zukunft gestellt. Viele Initiativen wurden gestartet, neue Infrastruktur wurde geschaffen, neue Wohnungen gebaut, Straßen saniert - kurzum es begann ein neuer Aufschwung Mariazells.

Das Jubiläumsjahr 1957 - 800 Jahre Mariazell - wird wohl das unvergessendste in seinem Gedächtnis bleiben. Dutzende Feierlichkeiten auf kirchlicher und weltlicher Ebene wurden in Zusammenarbeit mit dem damaligen Wallfahrtsleiter Pater Beda von Döbrentei organisiert und durchgeführt.

Im Jahre 1966 wurde die Wallfahrtsleitung von der Schottenabtei Wien an das Benediktinerstift Kremsmünster übergeben. Neuer Verantwortlicher und Superior wurde Dr. Veremund Hochreiter.

1975 erfolgte, auf dessen testamentarischen Wunsch, die Beisetzung Kardinal Mindszentys in der Basilika Mariazell.

Im weltlichen Bereich wurde die Umfahrungsstraße gebaut, das komplette Mahrfeld wurde erschlossen, eine neue, moderne Hauptschule errichtet und der Bau des Hallenbades ist gelungen. Das 50-jährige Bestandsjubiläum der Mariazeller Seilschwebebahn im Jahre 1978 war einer der weiteren Höhepunkte.

Im Jahre 1979 wurde RR Schöggl von Herrn Ing. Karl Pingl als Bürgermeister abgelöst. Dieser beschritt den erfolgreichen Weg für Mariazell weiter. In seine Amtszeit fiel wohl das herausragendste Ereignis in der 50-jährigen Stadtgeschichte Mariazells, nämlich der Pastoralbesuch Seiner Heiligkeit Papst Johannes Paul II. am 13. September 1983. Es war dies sicher die größte Auszeichnung und Ehre, die unserer Stadt zuteil werden konnte und brachte somit auch die Spitze im Bekanntheitsgrad von Mariazell. Ein Tag der ewig bleiben wird !

Aber auch sonst war die 11-jährige Ära von Bürgermeister Pingl geprägt von weiterem Aufbau. Unsere Stadt wurde in vielen Bereichen weiter verschönert, neuer Wohnraum wurde geschaffen, die Kanalisation wurde großteils erneuert, eine Kläranlage errichtet und viele andere Aktivitäten gesetzt. Nicht zuletzt wurde in seiner Zeit auch das Wasserkraftwerk "Prescenyklause" errichtet, welches nicht nur aus Umweltgründen ein "Herzeigeprojekt" ist, sondern auch zur finanziellen Absicherung unserer Stadtbetriebe einiges beiträgt.
Ich möchte diesen Tag daher auch nützen, um Dir, lieber Alfred Schöggl, und Dir, lieber Karl Pingl, im Namen der Gemeinde ein herzliches "Danke" für Eure Leistungen auszusprechen.

Seit 16. Mai 1990 habe ich nun die ehrenvolle Aufgabe, das Amt des Bürgermeisters von Mariazell ausführen zu dürfen.
Ein großes - um mit den heutigen Worten zu sprechen - "Event", durfte ich gleich vier Tage danach erleben:
Die Dank- und Freiheitswallfahrt nach der Öffnung der Grenzen zu unseren östlichen Nachbarländern. Rund 20.000 Menschen haben damals daran teilgenommen.

Weitere herausragende kirchliche und gesellschaftliche Höhepunkte während meiner Tätigkeit waren:

  • Die Überführung der sterblichen Hülle des am 15. Mai 1975 in der Basilika Mariazell beigesetzten Kard. Mindszenty vom 2. Mai bis 4. Mai 1991 nach Esztergom.
  • Der Diplomaten-Schiausflug von Botschaftern aus allen Teilen der Welt und unter Teilnahme des damaligen Außenministers Dr. Mock und des Präsidentschaftskandidaten Dr. Klestil vom 10. bis 12.1.1992.
  • Die Übergabe der Wallfahrtsseelsorge an das Stift St. Lambrecht und damit verbunden die Verabschiedung unseres langjährigen Superiors Dr.Veremund Hochreiter, sowie die Inthronisierung unseres jetzigen Superiors Mag. Karl Schauer am 8. September 1992.
  • Die Feierlichkeiten anläßlich der Hochzeit von Karl Habsburg - Lothringen mit Francesca Thyssen-Bornemisza am 31. Jänner 1993.
  • Die Vollversammlung des "Rates der Europäischen Bischofskonferenzen" vom 30.5. bis 2.6.1996 in Mariazell.
  • Die Steiermärkische Landesausstellung 1996 mit dem Titel "Schatz und Schicksal" in Mariazell vom 4. Mai bis 27. Oktober.
  • Die Überreichung der Ehrenbürgerurkunde der Stadt Mariazell an den Heiligen Vater durch eine Mariazeller Gemeinderatsdelegation am 5.3.1997 am Petersplatz in Rom im Rahmen einer Generalaudienz von Papst Johannes Paul II. Ein Tag, der jedem Beteiligten wohl in ewiger Erinnerung bleiben wird!

Es ließen sich noch viele andere Ereignisse von großer Bedeutung aufzählen, doch das würde diesen Rahmen hier sprengen.

Kontinuierlich wurde auch in allen anderen Bereichen vorwärts gestrebt. Die Infrastruktur wurde durch verschiedenste Maßnahmen weiter verbessert, neue Einrichtungen - auch im sozialen Bereich - wurden geschaffen, der Wohnbau forciert, das Ortsbild verschönert und mit der Generalsanierung unserer Basilika sowie des gesamten Pfarrhofes durch unseren Superior Karl Schauer wahrscheinlich ein Jahrhundertprojekt in Angriff genommen.

Insgesamt gesehen glaube ich sagen zu können, daß sich speziell in den letzten 50 Jahren sehr viel Positives in Mariazell getan hat.

Vieles davon - geschätzte Damen und Herren - wäre aber nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung des Landes Steiermark.

Ich möchte den heutigen Tag daher auch zum Anlaß nehmen, um allen steirischen Landesregierungen nach dem Kriege, im besonderen natürlich Dir, liebe Frau Landeshauptmann, und Deinem Vorgänger Josef Krainer inklusive Eurem jeweiligen Team - mit denen ich die Ehre hatte zu arbeiten - unseren aufrichtigen Dank zu übermitteln. Wir wissen, daß die Wünsche immer noch größer sind - wir wissen und schätzen aber auch, daß speziell in letzter Zeit sehr viel für uns getan wurde.

Trotz all dieser positiver Aspekte mußte Mariazell seit seinem Bestehen auch immer wieder Rückschläge in Kauf nehmen. Früher waren es Kriege, verheerende Brände und politische Einschränkungen, heute ist es mit Sicherheit die wirtschaftliche Entwicklung, die überall stattfindende Zentralisierung, welche uns große Sorgen bereitet.

Letztlich aber hat Mariazell bisher alle Schwierigkeiten heil überstanden.
Hoffen wir das auch für die Zukunft, tragen wir unseren Teil dazu bei, glauben wir - wie Millionen von Menschen aus nah und fern - an die Kraft unserer Magna Mater Austriae und erbitten wir ihre Hilfe!

Ich, von meiner Person aus gesehen, bin stolz in dieser so schönen und geschichtsträchtigen Stadt leben zu dürfen.

Feiern wir daher gemeinsam dieses 50-jährige Stadtjubiläum und blicken wir optimistisch in das nächste Jahrtausend.

Ein steirisches "Glück auf!"


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