Internetabzocke

Postalische Massensendung verstopft Briefkästen von Domainbesitzern

Durch eine groß angelegte, dubiose Marketingaktion wurden heute, Freitag (08.09.2006), die Postkästen von österreichischen Domainbesitzern verstopft. Eine Firma mit dem Namen „DAD Deutscher Adressdienst GmbH“ verschickte Formulare, in denen die Aktualisierung von Domaindaten im Internet Register Österreich angeboten wird. „Was zuerst als einfache Möglichkeit aussieht, seine Domaindaten zu aktualisieren, entpuppt sich im Kleingedruckten als Abzock-Versuch im großen Stil“. Mit einer Unterschrift geht der Unterzeichnende einen Drei-Jahresvertrag ein, wobei jährlich 958 Euro fällig werden.

Die österreichische Internetverwaltung nic.at warnt ebenfalls davor, das Angebot von DAD anzunehmen. Der Absender ist kein Unbekannter. Es ist bereits das dritte Mal, dass das Unternehmen auf diesem Wege versuche, Geld zu verdienen. Bemerkenswert ist, dass diesmal sogar nic.at derartige Schreiben erhalten hat.

Wie DAD an die Daten gekommen ist, kann man sich nicht genau erklären. Das Unternehmen hat anscheinend im Laufe der Zeit Listen erstellt, in denen Domains und deren Besitzer erfasst sind, und dann anhand dieser Daten ihre Briefe verschickt. Die Datensammlung muss jedoch nicht unbedingt illegal sein. Abseits vom Schwarzmarkt gibt es auch legale Methoden, Adressen zu bekommen. So braucht der Konsument in einem Formular nur ankreuzen, dass die Daten weiterverwertet werden dürfen. Im ungünstigsten Fall werden sie dann an dubiose Firmen verkauft.

„Wir recherchieren die Adressen“, so die knappe Antwort einer DAD-Sprecherin, die ihren Namen nicht nennen wollte. Über die Recherchequellen wolle sich die Firma nicht äußern. Bei der Frage, wodurch der Preis von 1.000 Euro gerechtfertigt werde, wurde gebeten, eine schriftliche Anfrage an die DAD-Geschäftsführung zu stellen.

Dass die Daten von Whois-Datenbanken stammen, glaubt man nicht. Um über Whois an Adressen von Domainbesitzern zu kommen, müssen konkrete Abfragen gestartet werden. Ein automatisiertes Abernten der Datenbank ist nicht möglich. Man könne sich leider kaum vor Marketingkampagnen dieser Art schützen. Es bleibt nur die Möglichkeit aufzuklären und auf den gesunden Menschenverstand und die Geschäftsfähigkeit der Domainbesitzer zu hoffen, denn bei einem Preis von knapp 1.000 Euro müssten bei jedem die Alarmglocken läuten.“

 


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