Jonas und Emilia stehen vor dem Gnadenaltar. „Das ist kein gewöhnlicher Altar“, sagt Opa geheimnisvoll, „sondern ein ganz besonderer.“ „Wie meinst du das?“, will Jonas wissen. Auch Emilia ist neugierig geworden.

„Dieser Altar geht auf eine uralte Legende zurück“ meint er. „Soll ich euch die Geschichte erzählen?“ „Natürlich!“, drängelt Jonas. „Mach es doch nicht immer so spannend!“ „Also“, beginnt Opa, „am Abend des 21. Dezembers 1157 kam der heilige Mönch Magnus mit einer aus Lindenholz geschnitzten Marienstatue in die Gegend von Mariazell. Er war im Auftrag des Abtes vom Kloster Sankt Lambrecht unterwegs, um hier als Seelsorger tätig zu werden. Mönch Magnus war fast angekommen, da versperrte ihm ein Fels den Weg. Hilfesuchend betete er zur Muttergottes und genau in diesem Moment geschah das Wunder. Der Fels spaltete sich und Magnus konnte seinen Weg fortsetzen. Als er sein Ziel erreicht hatte, stellte er seine Marienstatue auf einen Baumstrunk.

Zum Dank errichtete er darüber eine kleine Holzkapelle. Noch immer ist der Baumstrunk von damals im Gnadenaltar verborgen. Und aus dem Ausdruck „Maria in der Zelle“ ist der heutige Name Mariazell entstanden.“

Emilia überlegt. „An welchem Tag war das genau?“ „Du hast gut zugehört, Emilia.“ Opa lächelt. „Es war an einem 21. Dezember. Genau wie heute. Deswegen feiern wir heute den Gründungstag von Mariazell.“

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