„Heute feiern wir das Fest der hl. Barbara“, erklärt Oma. „Sie ist die Schutzpatronin der Bergleute. In manchen Gegenden zünden die Bergleute heute unter Tage Kerzen an, um sie zu ehren.“ „Das ist ja ein wunderbarer Brauch“, sagt Emilia fasziniert. „Es gibt noch einen anderen Brauch am Barbaratag“, sagt Oma, „und der ist nicht weniger wunderbar. Er grenzt sogar an ein wirkliches Wunder. Kommt mit, ich erzähle es euch.“

Kurz darauf marschieren Jonas, Emilia und Oma durch den knirschenden Schnee, bis sie zu einem Obstgarten kommen. Dort angekommen, öffnet Oma das knarrende Gatter und steuert geradewegs auf einen eingeschneiten Kirschbaum zu. Sie greift in ihre Jackentasche und holt ihre Gartenschere hervor. Dann wedelt sie den Schnee von den Ästen und schneidet einen hübschen Zweig ab. Jonas und Emilia staunen. Damit haben sie nicht gerechnet.

„Und was passiert jetzt?“, will Jonas wissen. Oma lächelt „Jetzt stellen wir den Kirschbaumzweig in lauwarmes Wasser auf unsere warme Fensterbank in der Küche. Und dann warten wir, bis das Wunder geschieht und der Zweig anfängt zu blühen.“ „Aber im Winter blühen keine Pflanzen“, wendet Emilia ein. „Das ist ja das Wunder. An Heiligabend wird unser Kirschbaumzweig in voller Blüte stehen. Ihr werdet es sehen…“

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