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Information - Archiv

Impulszentrum Mariazeller Land

Auf Initiative von Hr. Dipl. Ing. Peter Zawilinski, Betriebsberater aus Wien, haben sich die Bürgermeister Helmut Pertl (Mariazell), Manfred Seebacher (St.Sebastian), Helmut Ganser (Gußwerk) und Johann Greifensteiner (Halltal) entschlossen, gemeinsam etwas gegen den dramatischen Bevölkerungsrückgang in der Region Mariazeller Land zu unternehmen.

Die Situation

Ein Hauptgrund für die seit Jahren negative Bevölkerungsbilanz ist die Auswanderung aus Mangel an entsprechenden Arbeitsplätzen.
Durch den Rückgang der Bevölkerung sinkt die Gesamtkaufkraft der Region und damit auch die Wertschöpfung. Betriebe erwirtschaften nicht mehr genug und müssen schließen, die Menschen werden arbeitslos und wandern aus...
Eine typische Abwärtsspirale, die sich immer schneller dreht, wenn nicht rasch etwas unternommen wird, dem entgegenzuwirken...

Das Vorhaben

Um neue Betriebe entstehen zu lassen wurde die Idee geboren, ein Impulszentrum einzurichten.
Die Gemeinden stellen ein Objekt mit infrastrukturellen Einrichtungen (Büros, Telefon, PC-Netzwerk, usw) sowie andere Dienstleistungen zur Verfügung, welche von den jungen Unternehmern dann gemeinsam genützt werden können.
Wenden Sie sich mit Ihrer Unternehmensidee an das Impulszentrum Mariazeller Land und lassen Sie sich unverbindlich beraten.

Die Umsetzung

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersuchen Peter Zawilinski und Christian Lenz, ob ein solches Impulszentrum überhaupt verwirklicht werden könnte.
Durch eine Bedarfserhebung soll festgestellt werden, wieviele Personen mit Mut zur Selbständigkeit und guten Ideen in unserer Region vorhanden sind. Diese Einladung gilt aber auch für alle bereits abgewanderten Bewohner der Region.
Dieses Projekt wird von den Gemeinden Mariazell, St.Sebastian, Gußwerk und Halltal, der Jungen Wirtschaft Steiermark und der Wirtschaftskammer Steiermark unterstützt.

Rund 90 Personen fanden sich sm 5. Februar 1998 zu einer Vorstellung dieses Projektes ein. Zu dieser Veranstaltung luden:

Die Bürgermeister Helmut Pertl, Manfred Seebacher, Helmut Ganser und Johann Greifensteiner
Franz Fluch (Wirtschaftskammer Steiermark, Bez.Stelle Mariazell)
Sonja Frey und Ing. Werner Girrer (Landes- bzw. Bezirksvorsitz Junge Wirtschaft Steiermark)
Peter Zawilinski (Projektleitung) und Christian Lenz.

Die hohe Zahl an Zuhörern und die rege Teilnahme an der anschießenden Diskussion bestätigten einerseits nicht nur das Interesse am Projekt selbst, es konnte an diesem Abend auch eine Sorge um die Zukunft der gesamten Region erkannt werden.
So schilderte zum Beispiel der Gußwerker Unternehmer Ing. Hugo Sampl die Probleme, die die geografische Lage der Region für einen Produktionsbetrieb mit sich bringt. Die erschwerten Transportbedingungen, der Mangel an qualifizierten Facharbeitern, die langwierigen Behördenwege (die Bezirkshauptmannschaft, aber auch die nächste Autobahn-Anschlußstelle sind fast 60 km entfernt), all das sind Fakten, die nicht vom Tisch zu weisen seien. Dennoch würde er wieder hier beginnen. Einige Unternehmensideen wurden bereits eingebracht, und obwohl diese nicht gleich direkt zu Unternehmensgrüundungen führen, so ist dennoch ein erster Schritt zum Impulszentrum Mariazeller Land getan worden.

Einen Impuls hat jeoch bereits die Diskussion selbst ausgelöst: Man beginnt nachzudenken. Nachzudenken über die Zukunft und über die Richtung, die das Mariazeller Land einschlagen soll. Und man konnte in den anschließenden, bis in die frühen Morgenstunden dauernden Stammtischdiskussionen beinahe philosophische Züge erkennen. Wollen wir um jeden Preis Infrastrukturen für Produktionsbetriebe (Autobahn, Straßentunnel, etc., ) schaffen und somit den touristischen Vorteil der ruhigen Lage und der Abgeschiedenheit opfern?
Oder sollte man nicht eher danach trachten, diesen "Standortnachteil" touristisch besser zu vermarkten und sich eher auf Dienstleistungsbetriebe konzentrieren?
Gerade im Hinblick auf die in Zukunft immer größer werdende Anzahl von Telearbeitsplätzen eine nicht von der Hand zu weisende Alternative.

Denn was gäbe es schöneres, als hier in der herrlichen Landschaft einer qualifizierten Arbeit nachzugehen, ohne dafür morgens und abends stundenlang in Verkehrsstauungen zu stecken. Und am Wochenende bräuchte man nicht zwei Stunden mit dem Auto in den Wald zu fahren, nur um einmal spazierenzugehen oder an einen Badesee zu gelangen. Hier hätte man das alles direkt vor der Tür...


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Zuletzt geändert am 04.10.2007